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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Die  Kosenatnen  (lei*  Germanen.

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1.  Durch  Ekthlipsis  von  Consonanten  sind  bei  den  oberdeutschen
Stämmen  sehr  selten  und  nicht  vor  dem  neunten  Jahrhundert  nachgewiesen, ­
  häufiger  sind  sie  bei  den  niederdeutschen  Stämmen,  in
Spanien  und  im  südlichen  Frankreich,  doch  kaum  vor  dem  eilften
Jahrhundert.  Im  westlichen  Deutschland  haben  sie  sich  im  vierzehnten ­
  Jahrhundert  zahlreicher  entwickelt.
2.  Verkürzungen  durch  Apokope  der  Ableitungssylbe  sehen  wir
hei  den  Langobarden,  doch  nur  vereinzelt,  schon  im  sechsten,  in
Oberdeutschland  im  achten,  bei  den  Sachsen  im  neunten  Jahrhundert. ­

3.  Verkürzungen  durch  Ekthlipsis  des  auslautenden  Wurzelconsonanten
  sind  bei  den  Westgothen  in  Spanien  im  sechsten,  bei
den  Westfranken  im  siebenten,  in  Oberdeutschland  im  achten,  bei
den  Angelsachsen  im  neunten  Jahrhundert  nachgewiesen.
Syncope  des  den  verkleinernden  Consonanten  begleitenden  i
zeigt  sich  im  neunten  Jahrhundert  vor  l  und  k,  doch  schon  im  achten
vor  2.  Nach  dem  zehnten  Jahrhundert  greift  diese  Syncope  vor  letzterem ­
  Consonanten  mehr  um  sich.
Wurzelhafter  auslautender  Dental  schwindet  vor  verkleinerndem ­
  *  bereits  in  Namen  des  achten  Jahrhunderts.  Zahlreichere  Belege ­
  dafür  bietet  aber  das  zehnte  Jahrhundert.
Deminutiva  mit  2  aus  einstämmigen,  durch  Assimilation  veränderten ­
  Namen  begegnen  im  neunten  Jahrhundert.
Ekthlipsis  eines  Kehllautes  in  Deminutiven  mit  2  (  Wizo  =  Wigizo)
finden  wir  schon  im  achten  Jahrhundert,  Ekthlipsis  des  l,  r  und  v
im  zehnten  Jahrhundert,  die  des  n  erst  später.
Die  wiederholte  Verkleinerung  ist  nur  zulässig  bei  den  Deminutiven ­
  mit  2  und  geschieht  durch  l  im  achten  Jahrhundert,  zahlreich
erst  im  eilften,  durch  k  im  zehnten,  durch  t  sehr  selten  und  im  neunten ­
  Jahrhundert.
Dafür,  dass  ein  mit  l  gebildetes  Deminutiv  weiter  durch  Je  und
-in  verkleinert  w r erden  kann,  liegen  als  Belege  vor  nur  Rolelce  —
Rudolf  (vgl.  Rollo  =  Rodilo  —  Rudolf),  dann  RoleJcin  und  Rulin.
Luclcele  f.,  a.  1398.  Baur.  Urkdb.  des  Kl.  Arnsb.  n.  1122  zeigt
Luclte  =  Ludike,  die  verkürzte  Deminution  durch  lc,  abermals  durch
l  verkleinert.

Sitz},,  d.  pliil.-hist.  CI.  LII.  Bd.  II.  Ilft.

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