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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

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Pfeiffer

Die  Diphthonge  betreffend  gewähren  beide  Handschriften  nur
ei,  kein««:  mein  -  12.  -heito  14.  leisti  61.  uueist  53  A,  wofür
B  uuest,  eine  Erscheinung,  die  nicht  bloss  in  alamannischen  (s.  Weinhold ­
  S.  37).  sondern  zuweilen  auch  in  haierischen  Quellen  sich
findet,  z.  B.  in  Tegernseer  Handschriften  des  9.  und  10.  Jahrhunderts
spredahi  =  spreidahi;  egir  —  eigir  Graff  1,  60.  6,  393  und  Gramm.
I 3 ,  94.  —  Die  ältere  Form  au  begegnet  nur  in  A:  augön  21.  galaupon
  36;  B  setzt  heidemal  das  jüngere  ou.  —  eo  erscheint  übereinstimmend ­
  in  AB  in  dem  Adverb  4;  ausserdem  in  uueo  (mino')  53
A,  wofür  B  fehlerhaft  uuemo,  und  in  deonosta  37  B,  wo  A  dionoste.  —
Das  alte  gothische  6  =  uo,  ua  steht  zweimal  in  AB:  mozi  (ß  mozzi)
25,  möt  59,  und  ein  drittes  Mal  in  B  allein  an  abweichender  Stelle
22:  mozzi.  Daneben  in  A  zweimal  das  gewöhnliche  ahd.  uo:  huorond
15,  muose  17,  und  das  höchst  seltene,  später  noch  besonders  zu  besprechende ­
  ao:  gaotan  35,  während  B  dafür  jüngeres  geschwächtes
u  hat:  hürono,  musa,  cütan.
Auch  in  Bezug  auf  die  Consonanten  hat  A  den  streng  ahd.  Charakter ­
  weit  treuer  festgehalten  als  B.  Dies  gilt  namentlich  von  der
gutturalen  Tenuis  k  (c),  obwohl  auch  davon  in  B  hinreichende
Spuren  übrig  gehlieben  sind,  um  deutlich  erkennen  zu  lassen,  dass
sie  ebenfalls  aus  sehr  alter,  der  von  A  nicht  ferne  stehender  Quelle
geflossen  ist.  Im  Festhalten  der  Labialtenuis  stimmen  bis  auf  eine
Stelle  (30:  farkepan  A,  fargeban  B,  und  hei  Wiederkehr  desselben
in  B  fehlenden  Wortes  37)  beide  genau  überein:  pi  43,  pigihtik  2,
pifilhu  56,  liapan  25,  galaupön  36,  upile  65  (wozu  noch  in  B  an
abweichender  Stelle  uper  62),  farkip  20.
Anlautendes  k  (c)  haben  beide  in  kihukkiu  7,  kyridonö  12,
kauuerdo  28.  40.  47,  Icauuizzida  33,  cotes  41,  canerien  A  65
(kaneri  B  46),  und  inlautendes  in  farkip  20.  Anlautend  erscheint
k,  c  nur  in  A,  und  ist  (wo  nicht  etwa  der  Text  abweicht)  in  B  mit  g
vertauscht  an  folgenden  Stellen:  kadanccho  7,  kihukku  8,  kot  28.
32,  kauuerdo  29,  calialtan  40,  kanerien  41,  kanddd  43.  54.  62,
kanddigo  47,  cadanc  57.  An  zwei  Stellen  dagegen:  35  cutan,  47
kot  hat  B  den  ältern  Laut  bewahrt  gegen  A,  welches  gaotan  und  got
liest.  Beide  übereinstimmend  zeigen  g  in  galaupön  36  und  ganerienne
39,  überdies  noch  A  in  dem  in  B  fehlenden  fargepan  37.  In-  und
auslautendes  k  und  c  findet  sich  nur  in  A:  lukino  (B  lugino)  12,
suntikemo  (fehlt  B)  48,  pigihtik  2,  notac,  unndtac  10.
            
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