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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

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Pfeiffer

(s.  Dümmler  a.  a.  0.  889),  und  die  Regensburger  wurde  noch  ein
Jahr  vor  seinem  Tode  (18.  Mai  878)  reichlich  von  ihm  beschenkt.
Wie  überhaupt  gegen  die  Kirche  und  Geistlichkeit  seines  Reiches
freundlich  gesinnt,  gab  er  insbesondere  den  haierischen,  namentlich
den  in  Regensburg  selbst  oder  dessen  Nähe  gelegenen  Klöstern,
z.  B.  Obermünster,  Niederaltaich,  Metten,  durch  Güter-Schenkungen
und  Bestätigungen,  durch  Verleihungen  von  Rechten  und  Privilegien
zahlreiche  Beweise  der  königlichen  Huld  und  Gnade.  Vor  allem  war
es  jedoch  St.  Emmeram  ,  damals  der  Mittelpunct  der  Kirche  Baierns
und  in  seinem  jedesmaligen  Abte  ihr  Haupt,  das  sich  Ludwig’s
Gunst  zu  erfreuen  hatte  (vgl.  Böhmers  Reg.  Nr.  728.  727.  746.  766.
767).  Einen  der  Kirche  so  ergebenen  Fürsten  von  Seite  der
haierischen  Geistlichkeit  in  das  öffentliche  Gebet  aufgenommen  zu
sehen,  kann  nicht  überraschen,  und  dies  in  so  nachdrücklicher
Weise  zu  thun,  wie  in  den  beiden  Litaneien  geschehen  ist,  dazu
hatte  zumal  das  Kloster  St.  Emmeram  vor  andern  allen  Grund.
Alles  erwogen  glaube  ich,  dass  unsere  Handschrift  im  genannten
Stifte  selbst  und  zwar  noch  zu  Lebzeiten  König  Ludwig’s  des
Deutschen  geschrieben  ist.  Dem  steht  der  Charakter  der  Schrift  nicht
entgegen,  der  jedesfalls  eher  auf  das  9.  als  das  10.  Jahrhundert
weist.
Dies  vorausgeschickt,  lasse  ich  einen  buchstäblich  genauen,
zeilengetreuen  Abdruck  der  Tepler  Handschrift  folgen.  Ich  bezeichne
sie  mit  A  und  stelle  ihr,  der  spätem  Berufung  wegen  und  zur
bequemem  Vergleichung,  die  jüngere  Aufzeichnung  aus  dem  Cod.
Emmeram.  D.  LXX.  als  B  gegenüber.  Diese  Handschrift,  Perg.
10.  Jahrh.,  in  Folio,  enthält  die  „Epistolae  S.  Pauli“.  Die  Beichtformel ­
  steht,  von  anderer  Hand,  auf  der  Vorderseite  des  letzten
Blattes  (117 a )  und  mag,  nach  K.  Roth's  Angabe,  zwischen  980  —  980
geschrieben  sein.  Sie  ist  oft  gedruckt:  zuerst  von  B.  J.  Docen,  Einige
Denkmäler  der  Lit.  S.  6.;  dann  von  Massmann  in  s.  Abschwörungsformeln
  Nr.  30.  S.  131—134;  von  K.  Roth  in  s.  Denkmälern  der
deutschen  Sprache  S.  32;  und  zuletzt  bei  Müllenhoff  und  Scherer,
Denkmäler  Nr.  LXXVII,  S.  187.  188.  Ich  gebe  sie  hier  nach  dem
genauen  Abdrucke  Roth’s.
            
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