Die Kosenamen der Germanen.
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Ruoprecht de Aiterhoven, jedoch vorläufig ohne die Möglichkeit ihre
Identität zu beweisen, in derselben Zeit als Zeugen auftreten, lässt
sich keine endgiltige Folgerung ziehen, und es Ideibt weiteren Untersuchungen
Vorbehalten, eine etwaige Beziehung dieser beiden Namen
auf einander zu ermitteln.
Diesen ungenügenden Erklärungsversuchen gegenüber gewinnt
einige Wahrscheinlichkeit die Anschauung, dass Dudo und Dudicha
Zunamen sind. Auch Walthard, Erzbischof von Magdeburg (a. 1012.
Ann. Quedl. Pertz Mon, 5, 81, 15) wurde nebenher Dodico genannt;
„Walterdus qui et Dodico vocabatur“ schreibt Thietmar in seiner
Chronik 3, 8 ad a. 981. 1. c. p. 762, 33.
Duda und Dudicha könnten demnach == Thiudo, Thiadicha
d. h. Verkürzungen von mit thiud gebildeten Zunamen sein 1 ). Dem
steht auch die Form Touto in den Amt. Einsidl. ad a. 988 Pertz Mon.
5, 143 für Dudo (Bischof von Augsburg) nicht entgegen, da die
Schreibung ou für in im Althochd. nicht ganz ungewöhnlich ist
(Grimm. Gramm. 1», 114).
Wird aber, unter der Annahme einer irrigen Auflösung eines
handschriftlichen ö 2) oder eines mundartlichen Schwankens in der
Aussprache und schriftlichen Bezeichnung jenes Lautes, Touto als
Tiwl,o aufgefasst, so kann auch diese Form aus Thudo — Thiudo erklärt
werden (Gramm. I 3 , 116). In diesem Falle werden aber die Formen
Thuodolf (manc.), a. 823. Beyer 1 n. 55; Thuotmar, a. 851. Dronke
n. 561, dann bei Schannat a. 874 n. 517 Thuotburg f. (manc.);
ssec. 10. n. 583 Thuotbald (manc.) und Thuotogh n. 580 ; ferner
Duodo a. 796. Lacombl. n. 5; ssec. 8. Cod. Lauresh. n. 215; Toato,
ssec. 8. Meichelb. n. 127; Tuato, ssec. 11. Verbr. v. St. P. 5, 9;
Duoda f., (manc.) ssec. 8. Cod. Lauresh. n. 216; Duada (manc.) a.
767. Trad. Wizeb. n. 112; Tuota (manc.) a. 819 Schann. n. 313;
Tuata, ssec. 9. Verbr. v. St. P. 42. 29 u. v. a. nicht unbeachtet bleiben
können, die übrigens vielleicht auch durch ahd. ga- duadi modestus
Sg. gl. 913 (Graff. 1. LXVI), altnord. pydr adj. mollis, milk, Clemens,
comis; py&a f. inclinatio, affectus erklärt werden können.
1) J)udo de Malberg, a. 4204. Beyer i n. 220 und a. 1206. n. 224 ist vielleicht identisch
mit Tfieoderich de Malherch a. 1212. 1. c. n. 283 und Dudo de Höingen a.
1209. Beyer 2, n. 246 identisch mit Theoderictis de Höingen a. 1202. I. c. n. 201.
2 ) So werden Tota in den Quellen z. baier. Gesell. 1, p. 107, n. 214 und Toto de Riüte
1. c. p. 289, n. 92 im Register p. 309 Tovta und p. 344 Tovto gedruckt.