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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Die  Kosenamen  der  Germanen.

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Ruoprecht  de  Aiterhoven,  jedoch  vorläufig  ohne  die  Möglichkeit  ihre
Identität  zu  beweisen,  in  derselben  Zeit  als  Zeugen  auftreten,  lässt
sich  keine  endgiltige  Folgerung  ziehen,  und  es  Ideibt  weiteren  Untersuchungen ­
  Vorbehalten,  eine  etwaige  Beziehung  dieser  beiden  Namen
auf  einander  zu  ermitteln.
Diesen  ungenügenden  Erklärungsversuchen  gegenüber  gewinnt
einige  Wahrscheinlichkeit  die  Anschauung,  dass  Dudo  und  Dudicha
Zunamen  sind.  Auch  Walthard,  Erzbischof  von  Magdeburg  (a.  1012.
Ann.  Quedl.  Pertz  Mon,  5,  81,  15)  wurde  nebenher  Dodico  genannt;
„Walterdus  qui  et  Dodico  vocabatur“  schreibt  Thietmar  in  seiner
Chronik  3,  8  ad  a.  981.  1.  c.  p.  762,  33.
Duda  und  Dudicha  könnten  demnach  ==  Thiudo,  Thiadicha
d.  h.  Verkürzungen  von  mit  thiud  gebildeten  Zunamen  sein 1 ).  Dem
steht  auch  die  Form  Touto  in  den  Amt.  Einsidl.  ad  a.  988  Pertz  Mon.
5,  143  für  Dudo  (Bischof  von  Augsburg)  nicht  entgegen,  da  die
Schreibung  ou  für  in  im  Althochd.  nicht  ganz  ungewöhnlich  ist
(Grimm.  Gramm.  1»,  114).
Wird  aber,  unter  der  Annahme  einer  irrigen  Auflösung  eines
handschriftlichen  ö  2)  oder  eines  mundartlichen  Schwankens  in  der
Aussprache  und  schriftlichen  Bezeichnung  jenes  Lautes,  Touto  als
Tiwl,o  aufgefasst,  so  kann  auch  diese  Form  aus  Thudo  —  Thiudo  erklärt
werden  (Gramm.  I 3 ,  116).  In  diesem  Falle  werden  aber  die  Formen
Thuodolf  (manc.),  a.  823.  Beyer  1  n.  55;  Thuotmar,  a.  851.  Dronke
n.  561,  dann  bei  Schannat  a.  874  n.  517  Thuotburg  f.  (manc.);
ssec.  10.  n.  583  Thuotbald  (manc.)  und  Thuotogh  n.  580  ;  ferner
Duodo  a.  796.  Lacombl.  n.  5;  ssec.  8.  Cod.  Lauresh.  n.  215;  Toato,
ssec.  8.  Meichelb.  n.  127;  Tuato,  ssec.  11.  Verbr.  v.  St.  P.  5,  9;
Duoda  f.,  (manc.)  ssec.  8.  Cod.  Lauresh.  n.  216;  Duada  (manc.)  a.
767.  Trad.  Wizeb.  n.  112;  Tuota  (manc.)  a.  819  Schann.  n.  313;
Tuata,  ssec.  9.  Verbr.  v.  St.  P.  42.  29  u.  v.  a.  nicht  unbeachtet  bleiben
können,  die  übrigens  vielleicht  auch  durch  ahd.  ga-  duadi  modestus
Sg.  gl.  913  (Graff.  1.  LXVI),  altnord.  pydr  adj.  mollis,  milk,  Clemens,
comis;  py&a  f.  inclinatio,  affectus  erklärt  werden  können.
1)  J)udo  de  Malberg,  a.  4204.  Beyer  i  n.  220  und  a.  1206.  n.  224  ist  vielleicht  identisch ­
  mit  Tfieoderich  de  Malherch  a.  1212.  1.  c.  n.  283  und  Dudo  de  Höingen  a.
1209.  Beyer  2,  n.  246  identisch  mit  Theoderictis  de  Höingen  a.  1202.  I.  c.  n.  201.
2 )  So  werden  Tota  in  den  Quellen  z.  baier.  Gesell.  1,  p.  107,  n.  214  und  Toto  de  Riüte
1.  c.  p.  289,  n.  92  im  Register  p.  309  Tovta  und  p.  344  Tovto  gedruckt.
            
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