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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

278

Stark

a.  940.  Kemble  5  n.  1137  (Oda  n.  1136);  aber  auch  Elffo,  Erffo
sa;c.  9.  Urkdb.  v.  St.  G.  n.  525  u.  v.  a.
Anderseits  liegt  die  zum  Tlieil  entferntere  Möglichkeit  vor,  dass
ltta,  Ricca,  Siklco  Verkürzungen  der  Deminutive  Mita  *),  Richica 2 ),
Sigiko  3 )  sind.  Bei  solcher  Annahme  aber  wären  diese  Formen  den
unter  Nr.  4  behandelten  Kürzungen  zuzugesellen.
Doch  wie  dem  auch  sei,  nicht  alle  einfach  erscheinenden  Namen
mit  einer  Doppelconsonanz  im  Auslaut  des  Stammes  dürfen  für  ähnliche ­
  Bildungen  gehalten  werden.  Schon  die  zweite  Veränderungsart
der  einfachen  Kürzungen,  der  wir  uns  sogleich  zuwenden,  belehrt
eines  anderen.  Ihr  zufolge  kann  bei  Wortstämmen,  die  im  Auslaut
eine  Consonantenverbindung  zeigen,  die  Doppelconsonanz  auch  durch
Assimilation  entstehen,  die  in  der  Kegel  der  auslautende  Consonant
auf  den  mit  ihm  gebundenen,  selten  umgekehrt,  ausiibt.
Als  Consonanten  die  assimilirende  Kraft  ausüben,  erscheinen  in
den  vorliegenden  Namen  b,  p,  d,  t,  f,  ch,  l,  m,  n,  s,  als  sich  assimilierende ­
  Consonanten  l,  n,  r,  h,  und  zwar  beide  in  den  Verbindungen
Ib,  ip,  hl,  If,  Ich,  nd,  ns,  rch,  rf,  rp,  rm,  rn,  rt,  rd,  hs,  ht.
Bei  mehreren  der  nachfolgenden  Beispiele  wird  übrigens  die
Doppelconsonanz  auch  durch  Gemmination  des  auslautenden  Consonanten ­
  nach  vorhergegangener  Ekthlipsis  der  mit  ihm  gebundenen
Consonanz  erklärt  werden  können.
Die  zunächst  kommenden  Namen  weisen  auf  Ul,  If,  rch,  rm,
rn,  rt,  rd.
Id.
Hidda  —  Hildiberga,  a.  776.  Kausl.  n.  17.
Hulda  =  Hilda  (Mutter  des  Markgrafen  Thietmar  und  des
Kölner  Erzbischofs  Gero),  a.  970.  Annal.  Saxo.  Pertz  Mon.  8,  623,
62;  619,  10.  HUldi  heisst  ein  Sohn  der  Hildibuvch  und  des  Barding
ssee.  9.  Wigd.  Trad.  Corb.  210.  Auch  Baddo,  ssec.  8.  Polypt.  Irm.
211,  25  scheint  =  jSaldo  zu  sein,  da  auch  die  Namen  seiner

!)  Vgl.  Jutta  =  Judita  saec.  12.  Cod.  trad.  Claustroneob.  n.  365  und  281,  dann
Amita  =  Amallindis  a.  712.  Trad.  Wizenb.  n.  2,25;Emita  f.,  ssec.  9.  Polypt.  Rem.
50,  68  und  überhaupt  die  unter  Nr.  3  erwähnten  mit  t  (d)  gebildeten  Deminutiva.
2 )  Richica  f.  saec.  11.—12.  Verbr.  v.  St.  P.  44,  3.
3 )  Die  Form  Sigiko  kann  ich  nicht  nachweisen;  sie  mag  wohl  stets  zu  Siko,  Sikko
verkürzt  worden  sein.
            
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