22
l'feiffer
Vt fanitate . ■ ■ ludouuico diq .. .
S. 1SG:
„Vt ludouuicü rege ppetua pfperitate confervare d. d.“
II. Litanei S. 1Gb:
„Vt ludouuicü rege ppetua pfperitate c.
„Vt ei uitam et felicitate atque uictoriü donef te (= te rogamuf,
domine).
„Vt regale prole “
Das liier cursiv Gedruckte ist ausgekratzt und, zum Theil
wenigstens, von neuerer Hand wieder nacligescliriebcn, doch ist das
Ursprüngliche überall noch deutlich zu erkennen; nur auf „prole“
folgt eine ganze ausgekratzte, mit Dinte breit überstrichene und
dadurch unleserlich gewordene Zeile.
Auf diese Weise in den Litaneien des jeweiligen Herrschers
und seiner Angehörigen zu gedenken, war im Mittelalter wie noch
jetzt vielfach Gebrauch. Es geschah dies tlieils in allgemeinen Ausdrücken,
theils unter besonderer Nennung des Namens. Von beiden
Arten gewährt uns die schon genannte Wiener Handschrift Nr. i8S8
Beispiele, die ich um so lieber hier anführe, weil sie das Formelhafte
dieses Gebrauches bestätigen helfen.
Bl. 20":
„Vt regem noftrum cum prole confervare dignerif.
Vt eiif uitam et fanitatem atque uictoriam donef te rogamuf
audi nof.
Vt exercitui chriftianorum falutem et fanitatem atque uictoriam donef
te rogamuf.“
Bl. 109 a :
„Vt Ottonem regem et eiuf exercitum dominuf conferuet.“
Bl. 11 ö b :
„Vt rex nofter Otto et eiuf exercituf hinc et inde feructur, oramuf
Chrifte audi nof.“
Mit Recht hat man diese Erwähnung des Königs Otto für die
Zeitbestimmung benützt und die Entstehung der Handschrift in die
Zeit Otto’s I. (93G— 962), ungefähr in die Mitte des 10. Jahrhunderts,
gesetzt. Die Nennung König Ludwig’s wird uns zu demselben
Zwecke dienen.
Von den drei deutschen Königen dieses Namens kann Ludwig
das Kind (900—91 1) hier kaum in Betracht kommen, da der