Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Die  Kosenamen  der  Germanen.  ‘

267

(Suevenkönig  in  Spanien)  Concil.  Bracar.  2.;  Wa  r  Im  (Langoharderikönig)
  Paul.  diac.  1,  21.
In  den  nachfolgenden  Zeiten  mehren  sich  mit  dem  Reichthum
der  Quellen  auch  diese  einfachen  Namen,  doch  ich  iihergehe  jeden
weiteren  Beleg  und  liehe  nur  als  hieher  gehörig  aus  den  Stammtafeln
der  angelsächsischen  Könige  hervor:  Creoda,  Horsa,  Idn,  Octa,
Pcnda,  Vieta,  Namen,  die  der  Zeit  des  fünften  bis  siebenten  Jahrhunderts ­
  entstammen,  dann  aus  altnordischen  Quellen,  dem  zehnten
Jahrhundert  zugehörig,  Auer  f.,  l J 6ra  f.,  Björn,  Grimr  c.  1:  Mär
c.  11;  Brandr  c.  12;  Ketill,  Oddr  c.  15;  Halb,  Örn,  Valr  c.  18;
Eyrbyggja  saga;  dann  Björg  f.  c.  (1;  Grima  f.  c.  35;  Liüfa  f.  c.  9;
Alfr,  Erpr,  Orrnr,  Unnr  c.  6;  Beinn  c.  24;  Ulfr  c.  29  Laxd.  s.
Eine  überaus  grosse  Zahl  dieser  altgermanischen  Namen  lebt
bei  den  verschiedenen  Stämmen  noch  heute  fort  als  Vorname  und
auch  als  Familienname  und  zwar  theils  unverändert,  theils  bis  zur
Unkenntlichkeit  umgestaltet,  sehr  oft  aber  missverstanden,  verstanden
fast  gar  nicht.
Diesen  beiden  Namensformen  gegenüber  erhebt  sich  hier  von
seihst  die  Frage  über  das  gegenseitige  Verhältniss  der  einfachen  und
zusammengesetzten  Namen.  Die  Antwort  darauf  gibt  diese  Schrift,
doch  darf  und  muss  sie  hier  schon  dahin  ausgesprochen  werden:  die
einfachen  Namen  sind  Verkürzungen  der  zusammengesetzten.
In  dem  reichen  Namenschatze  machen  sich  aber  neben  den
verkürzten  Namen  noch  andere  bemerkbar,  solche  die  wohl  anscheinend ­
  aus  einem  Worte  gebildet  sind  und  dem  flüchtigen  Blick
jenen  als  ähnlich  gelten,  doch,  in  ihrer  Bildung  wesentlich  verschieden,
von  ihnen  getrennt  werden  müssen.
Die  Namen  dieser  Art  zeigen  wohl  auch  eine  Verkürzung,  jedoch
so,  dass  sie  beide  Compositionstheile  des  vollen  zweigliedrigenNamens
bruchstückweise  in  sich  vereinigen,  und  können  neben  den  verkürzten
Namen,  die  aus  der  Composition  nur  ein  Wort  bewahrt,  das  andere
abgeworfen  haben,  als  contrahirte  Formen  bezeichnet  werden.
Beide  Gruppen,  ihrem  Wesen  nach  Kosenamen  (ovoyarcc
önoxopitjuxa),  bilden  den  Gegenstand  meiner  Untersuchung.  Die
vorliegende  Abtheilung  enthält  die  verkürzten  Namen;  die  contrahirten
  Namen  werden  als  zweiter  Theil  nachfolgen.
Viele  dieser  Gebilde,  insbesondere  die  contrahirten  Formen,
mögen  auf  den  ersten  Blick  räthselhaft  erscheinen,  ja  vielleicht  als

■
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.