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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

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Pfeiffer

II.  REGENSBURGER  BEICHTE  UND  GEBET.
Bei  einem  Besuche,  den  ich,  einer  freundlichen  Einladung  des
hochwürdigen  Herrn  Prälaten  folgend,  zu  Ende  August  des  J.  1864
von  Marienhad  aus  nach  dem  nahe  gelegenen  Prämonstratenserstifte
Tepel  machte,  fand  ich  in  einer  Pergamenthandschrift  der  dortigen
Bibliothek,  der  ersten  die  ich  in  die  Hand  bekam,  und  der  ältesten
die  dort  vorhanden  ist,  ein  althochdeutsches  Sprachdenkmal,  das  mir,
obwohl  es  nicht  einmal  durchaus  Unbekanntes  enthält,  dennoch
wichtig  genug  scheint,  um  ausser  einem  Abdruck  eine  eingehende
Besprechung  zu  verdienen.
Die  Handschrift  trägt  die  Bibliotheknummer  v.  V.  32  und  zählt
223  Seiten  in  Octav.  Sie  ist  von  verschiedenen,  ziemlich  gleichzeitigen ­
  Händen,  wie  ich  glaube  noch  im  9.  Jahrhundert,  geschrieben.
Ehen  so  verschiedenartig  wie  die  Schrift  ist  der  Inhalt.  Das  umfangreichste ­
  Stück  bildet  ein  auch  sonst  öfter  vorkommendes  Poenitentialbuch,
  das  folgendermassen  anhebt:  S.  1.  „INCiF  ORDO  AD  PENITEN-TIAM
  DANDAM  (roth).  Credif  in  patre  et  filiu  et  fpm  fein.  R.  Credo.
Credif  quod  ifte  tref  pfone  quae  modo  diximuf  pat  et  filiuf  et  fpf  fcf
tref  pfone  fint  et  unuf  df.  R.  Credo“  u.  s.  w.  Dasselbe  geht  bis  S.  96,
worauf  eine  neue  Lage  (die  siebenfe)  beginnt,  deren  erstes  Blatt
jedoch,  mit  dem  Schlüsse  des  Poenitentiale,  fehlt.  Die  rothe  Überschrift ­
  des  letzten  Abschnittes  oder  Capitels  (S.  96)  lautet:
„CONSECRATIO  AQVA3  FERUENTIS.  Ds.  iudex  iuftuf  fortif  et  omnipotenf.
  qui  ef  auctor  pacif  et  amator  iuftitise  qui  iudicaf  aequitatem.
Iudica  dne  qd  iuftum  eft  quia  recta  iudicia  tua  funt“  u.  s.  w.
Zwei  andere  Handschriften  dieses  mit  der  Columban'schen  Bussordnung ­
  verwandten  „ordo  ad  dandam  poenitentiam“  (vgl.  auch  die
Essener  Handschrift,  deren  Inhalt  sich  mit  dem  der  Tepler  vielfach
berührt:  MülIenliofF  und  Scherer,  Denkmäler  S.  484)  verzeichnet
Wasserschlehen  in  s.  Bussordnungen  der  abendländischen  Kirche
(Halle  1831)  S.  39;  vgl.  422  IT.  Aus  zwei  jüngern,  einer  Mehrerauer
und  Wessobrunner  Handschrift,  steht  er  abgedruckt  in  Bernhard  Pez'
Thesaurus  aneed.  nov.  T,  II.  P.  II,  610—647:  nur  den  Anfang  davon
enthält  Cod.  Vindob.  1888,  BI.  96 b —102 b  (vgl.  Denis,  Cod.  1.  3,
3013—3023).
            
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