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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Forschung  und  Kritik  auf  dam  Gebiete  des  deutschen  Alterthums  II.  1  7

1.  Um  zu  verhindern,  dass  der  Schwarm  fortziehe,  spricht  man:
Liebe  Bienenmutter,  bleibe  liier!
ich  will  dir  gehen  ein  neues  Haus';
darin  sollst  du  bauen  Honig  und  Wachs,
damit  alle  Kirchen  und  Klöster  gezieret  werden.
Im  Namen  u.  s.  w.
2.  Schwärmen  die  Bienen,  dann  sprich:
Ime,  du  maus  mi  nit  verlaten!
iek  maut  bruken  diue  raten.
Sind  sie  aufgeflogen,  so  sprich:
Ime  kuem  lieraf  un  brenk  ues  huonich  un  wass!
'et  wass  für  de  hillgen  un  'et  buonich  för  uese  kinner.
3.  Stirbt  der  Besitzer  des  Imens,  so  ist  ohne  Verzug  an  die
Biker  (mhd.  bikar  =  Bienenkorb)  zu  klopfen  und  zu  sprechen:
Ime,  din  här  es  dot;
verlatt  mi  nit  in  miner  not!
4.  Am  Hochzeitstage  müssen  die  den  Neuvermählten  gehörenden
Imen  angeklopft  werden,  mit  den  Worten:
Imen  in,  imen  ut,
hir  es  de  junge  brut!
Imen  iim,  imen  an,
hir  es  de  junge  man!
Imekes,  verlatt  se  nit,
wann  se  nu  mall  kinner  krit!
Einen  andern  Segen  aus  derselben  Gegend  tlieilt  A.  Kuhn  mit
in  s.  Sagen,  Gebräuchen  und  Mythen  aus  Westfalen.  2.  Thl.  Leipzig
1839.  S.  208.  Nr.  392:
„Siehst  du  Bienen  ziehen,  so  zeige  mit  drei  Fingern  danach  und
sprich  :
Dei  weser  un  dei  imen
dei  flögen  wol  över  minen  herrn  sin  hüs,
sei  dregen  em  honnich  un  wass;
ik  belel  jü  dörch  den  heiligen  namen  gottes,
set  jü  alle  up  dat  grüne  gras.
Im  Namen  u.  s.  w.
Drei  Kreuze  mit  dem  Finger  gemacht.“
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  UI.  Bd.  I.  Hft.

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