Die Pulslehre Tsschang-ki’s.
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Der ursprüngliche Puls der fünf Eingeweide lässt sich überall
erspähen. Für das Herz ist er schwimmend, gross, zerstreut. Für die
Lungen ist er schwimmend, rauh, kurz. Für die Leber ist er versunken,
straff, lang. Für die Nieren ist er versunken, schlüpfrig, weich,
ohne Zwang und gleichmässig. Für die Milz ist er ein mittlerer,
zögernd und langsam.
(Erklärung.) Hiermit wird gesagt, dass unter den fünf Eingeweiden
ein jedes einen ursprünglichen Puls hat, welcher erspäht
wird. Dieser ist gewiss, wo er vorkommt, nicht gross, nicht klein,
ohne Zwang und gleichmässig, und dann ist er der Puls der Gesundheit
der fünf Eingeweide.
Der schlichte Puls der vier Jahreszeiten ist langsam und dabei
gleichmässig, eben. Im Frühling ist er straff, im Sommer fluthend,
im Herbst haarförmig, im Winter versunken.
(Erklärung.) Hiermit wird gesagt, dass unter den vier Jahreszeiten
eine jede einen schlichten Puls hat, der auf entsprechende
Weise erscheint. Dieser ist gewiss, wo er vorkommt, nicht schnell,
nicht langsam, dabei gleichmässig, eben, und dann ist er der Puls der
Gesundheit der vier Jahreszeiten.
Überschreitet er, ist voll und stark, so entstand die Krankheit
von aussen. Erreicht er nicht, ist er leer und unbedeutend, so entstand
die Krankheit im Innern.
(Erklärung.) Geschah es von aussen durch das Unrecht der
sechs Luftarten: Wind, Kälte, Glühhitze, Feuchtigkeit, Versengen,
Feuer, so ist der Puls gewiss fluthend, gross, streng, häufig, straff,
lang, schlüpfrig, voll und er überschreitet. Geschah es im Inneren
durch die Verletzungen der sieben Leidenschaften: Freude, Zorn,
Kummer, Tiefsinn, Traurigkeit, Furcht, Schrecken, so ist der Puls
gewiss leer, unbedeutend, dünn, schwach, kurz, rauh, stockend,
hohl und er erreicht nicht.