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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Die  Pulslehre  Tschang-ki's.

20R

Die  Adern  sind  die  Kammern  des  Blutes,  die  hundert  Gebilde
werden  von  ihnen  durchdrungen.  Die  an  dem  Munde  des  Zolles  sich
bewegende  Ader  ist  der  Hof  und  das  Stammhaus  der  grossen  Versammlung. ­

(Erklärung.)  Das  Buch  sagt:  die  Adern  sind  die  Kammern  des
Blutes.  Rings  um  den  Leih  gehen  die  Adern  des  Blutes  im  Kreise
und  nichts  ist,  das  nicht  durch  sie  durchbohrt  und  durchdrungen
wird.  Deswegen  wird  gesagt:  die  hundert  Gebilde  werden  von
ihnen  durchdrungen.
Das  Buch  der  Schwierigkeiten  sagt:  In  allen  zwölf  Geweben
gibt  es  sich  bewegende  Adern.  Man  nimmt  aber  blos  den  Mund
des  Zolles,  um  Leben  und  Tod  zu  bestimmen.
Der  Mund  des  Zolles  ist  die  bei  dem  rechten  und  linken  Zolle,
Engpässe  und  Schuh  an  der  Hand  sich  bewegende  Ader  des  grossen
Urstoffes  der  Finsterniss,  des  Gewebes  der  Lungen.  Er  ist  die  grosse
bestellte  Versammlung  der  Adern.  Deswegen  wird  gesagt:  Die  an
dem  Munde  des  Zolles  sich  bewegende  Ader  ist  der  Hof  und  das
Stammhaus  der  grossen  Versammlung.

Wenn  man  einem  Menschen  den  Puls  fühlt,  erfasst  man  über
dem  hohen  Knochen.  Aus  welchem  Grunde  sagt  man  Engpass?  Er
wird  von  dem  Zoll  und  von  dem  Schuh  begrenzt.
(Erklärung.)  Indem  man  einem  Menschen  den  Puls  fühlt,  heisst
man  ihn  die  Hand  nach  aufwärts  kehren.  Man  sieht  dann,  dass  hinter
der  Handfläche  ein  hoher  Knochen  hervorragt  ,  hier  ist  die  Ader  der
Abtheilung  des  Engpasses.  Der  Arzt  kehrt  den  Rücken  der  Hand
nach  oben  und  erfasst  sie.  Er  erfasst  und  bestimmt  zuerst  mit  dem
Mittelfinger  die  Abtheilung  des  Engpasses.  Hierauf  lässt  er  die  beiden
vorwärts  und  rückwärts  liegenden  Finger  über  den  Schuh  und  den
Zoll  herab.  Ist  der  Kranke  von  Gestalt  gross,  so  soll  der  untere
Finger  weit  wegstehen.  Ist  der  Kranke  von  Gestalt  kurz,  so  soll  der
untere  Finger  eng  anschliessen.  Man  gab  den  Namen  „Engpass“,
weil  dieser  Ort  an  der  Grenze  zwischen  den  zwei  Abtheilungen:  dem
Zoll  und  dem  Schuh,  sich  befindet.
            
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