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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Forschung-  und  Kritik  auf  (lein  Gebiete  des  deutschen  Alterthums.  II.  iS
Prosa  erblicken.  Aber  deshalb  statt  eines  Spruches  deren  zwei  anzunehmen ­
  und  das  Denkmal  demgemäss  zu  zerlegen,  sehe  ich  ebenfalls ­
  keinen  zureichenden  Grund,  sondern  betrachte  beide  Theile,  den
prosaischen  und  den  rhythmischen,  als  zusammen  gehörig.  In  dem
ersten  wird  das  Schwärmen  der  Bienen  constatiert  und  sie  werden
aufgefordert,  sich  unter  dem  Schirme  des  Königsfriedens  in  den
Schutz  Gottes  (der  Kirche  oder  des  Klosters)  zu  begeben;  im  zweiten
beginnt  dann  erst  der  eigentliche  Segen  oder  die  Besprechung.  Dies
ist  ja  auch  sonst  die  gewöhnliche  Form  der  Segen,  wofern  sie  nicht
in  ein  Gebet  eingekleidet  sind.
Ich  theile  somit  den  Spruch  folgendermassen  ab:
Kirst!  imbi  ist  liucze!  nu  fliuc  du,  uihu  minaz,  hera,  fridu
frono  in  munt  godes  gisunt  heim  zi  comonne!
sizi,  sfzi,  bi'nä',
inbö't  dir  säncta  Märjä'!
hürolo'b  ni  habe  du,
zi  hölce  ni  flü'c  du,
nöh  du  mir  n’indrlnne's,
nöh  du  mir  n’intuulnne'st!
sfzi  ullu  stlllö,
uulrki  gödes  uulllön!
Das  heisst:
Kirst!  der  Schwarm  ist  draussen!  nun  flieg  du,  mein  Thier,
hierher,  um  unter  dem  Frieden  des  Herrn  in  den  Schutz  Gottes
unverletzt  heim  zu  kommen!
Setz  dich,  setz  dich,  Biene,
(so)  gebot  dir  sanct  Marie!
Urlaub  hab'  du  nicht,
zum  Walde  flieg  nicht,
dass  du  mir  nicht  entrinnest
noch  (dich)  mir  entwindest!
setze  dich  sehr  stille,
vollbringe  Gottes  Willen!
oder  in  lateinischer,  mir  von  lieber  Freundeshand  zugekommener
Nachbildung:
Kirst!  examen  foras  est!  jam  huc  advoles,  bestiola  mea,  pace
domini  in  praesidium  dei  sospes  uti  redeas!
            
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