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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Forschung  und  Kritik  auf  dem  Gebiete  des  deutschen  Alterthums.  II.  1  3

in  der  Alem.  Grammatik  in  grosser  Fülle:  von  a  S.  14,  von  e  S.  24.
93.  94,  von  i  S.  26,  von  o  S.  28.  95,  von  u  S.  32.  Doch  begegnet
sie  auch  in  andern  Dialekten,  insbesondere  dem  baierischen.  Bei  der
Partikel  ur  ist  dieser  Zwischenlaut  ziemlich  selten,  er  erscheint  als
a,  e,  i,  vom  o  dagegen  finde  ich  kein  zweites  Beispiel,  uraluga
(acc.  pl.),  fata:  Cod.  Vindob.  Theol.  354,  jetzt  969  (vgl.  Graff  2,
97).  uradriz,  injuria:  Cod.  Vind.  2681.  Hoffmann’s  Fundgr.  I.  65,
13  und  in  einer  Münchner  Hs.:  Denkm.  Nr.  LXXXIV,  1.  Urespringen
(Ortsname):  Förstemann  2,  1447.  uricundi  Würzh.  Beichte:  Denkm.
Nr.  LXXV,  17.  urispringe,  natatoria:  Cod.  Tegerns.  (Graff  6,  398).
uriuuerfis,  repudii:  Cod.  Emmeram.  G.  73  (Graff  1,  1040).
ni  habe  du  u.  s.  w.]  die  einfache  Negationspartikel  ni  heim  verbietenden ­
  Zurufe,  im  Mhd.  fast  gänzlich  verloren,  ist  auch  im  Ahd.
nicht  häufig;  vgl.  Grammatik  3,  741.  4,  204.  und  Wackernagel  in
Hoffmann's  Fundgr.  1,  289.
zi  holce]  in  silvam.  Vgl.  Pliol  ende  Wodan  vuorun  zi  holza
zweiter  Merseburger  Zauberspruch.  Esau  vuor  ze  liolze  Genesis
Fundgr.  II.  36,  32.  Diemer  46,  19.  du  sollest  pillicher  da  ze
holze  varn  danne  die  magede  hie  bewarti  Kaiserchronik,  Diemer
373,  15.  Massmann  12001.  ze  holz  indrinnen,  silvas  requirere,
Notkers  Boeth.  (Graff  8,  931).  zi  holze  bedeutet  in  weiterem  Sinn
(=  ze  walde)  fern  von  den  Menschen  und  menschlicher  Cultur  in
unwirthlicher  Wildniss,  vgl.  W.  Wackernagel  in  der  Zeitschrift  2,
538  ff.  Mit  c  —  z  geschrieben  findet  sich  das  Wort  schon  im  Ahd.
zuweilen  (Graff  4,  931).
Z.  4.  fluc\  =  fliuc  in  der  ersten  Zeile,  u  für  in,  im  Ahd.  nicht
häufig  (vgl.  Physiologus  =  Denkm.  Nr.  LXXXI.  11,17:  flüliet,  12,  5:
intluhtet  etc.),  kann  in  einem  fränkischen  Sprachdenkmal  nicht  überraschen. ­

n’indrinnes]  2.  sing,  praes.  conj.,  ne  effugias.  Hier  ist  die  Flexion
noch  der  Regel  gemäss,  in  intuuinnest  dem  -s  schon  nach  späterer
Art  ein  t  zugefügt.  Solches  Schwanken  zeigt  sich  bereits  bei  Otfried,
häufiger  im  Indicativ  als  im  Conjunctiv,  für  welchen  Kelle  (Zeitschrift
12,  39)  nur  das  eine  Beispiel  firliasest  II.  21,  20  beibringt.
intuuinnest]  ein  Compositum  intuuinnan  ist  in  der  ältern
Sprache  unnachgewiesen,  erst  im  15.  Jahrhundert  kommt  es  ein  einziges ­
  Mal  vor  bei  Oswald  v.  Wolkenstein  Nr.  XLVII,  1.  (in  der  Ausgabe
von  Beda  Weber.  Innsbruck  1847,  S.  150):
            
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