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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

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Pfeiffer

pein;  289,  7:  diu  pein,  und  öfter.  Dies  ei  weist  auf  ein  altes  langes  i,
lind  neben  dem  durch  den  Reim  belegten  bin  muss  auch  die  Form
bin  bestanden  haben,  obwohl  sie  im  Reime  bis  jetzt  nicht  nachgewiesen ­
  ist.  Es  verhält  sich  also  damit  wie  mit  dem  räumlichen
Adverb  „ein“,  das  im  Mild,  gleichfalls  in  beiderlei  Gestalt,  als  in  und
in,  gebraucht  wird.  Einen  Beleg  für  das  lange  i  scheint  das  St.  Ulrichsleben ­
  von  Albertus  zu  gewähren:  213.  da  nach  begond  er  suochen
die  bluomen  in  den  buoclien,  reilte  glicher  wis  als  ein  pin  (ceu
prudentissima  apis):  daz  süezest  was,  daz  las  er  in,  insofern  der
Dichter  nämlich  in  894.  1033  im  Reime  mit  sin  bindet,  es  also  lang
gebraucht.  Ich  glaube  daher,  dass  Schmeller  mit  Recht  pin:  in
geschrieben  hat.
Mit  langem  i  ist  auch  an  unserer  Stelle  bina  zu  schreiben,  so
verlangt  es  das  Metrum:  sizi  sizi,  bi'nä'.  Diese  Form,  ein  schwaches
Femininum,  ist  bis  jetzt  nicht  nachgewiesen,  doch  finde  ich  sie  noch
in  dem  Compositum  pinäsougin  (dat.  tliymo)  aus  einem  Tegernseer
Codex  mit  Glossen  zu  Virgil’s  Aeneis  (Gratf  6,  135).
inbot\  Prät.  von  inbiotan,  mandare.
sce]  =  sancte  für  sancta.
Maria]  das  Wort  ist  hier,  wie  überall  bei  Otfried  im  Reim  und
auch  bei  den  meisten  mild.  Dichtern,  nach  deutscher  Weise,  d.  i.
zweisilbig,  zu  lesen:  Marjä.  Otfried:  fuar  tho  sancta  Marjä  thiarnd
tliiu  mdrd  I.  6,  1;  tho  sprach  sancta  Marjä  I.  7,  1;  selbun  sancta
Mdrjun  (:  fromm)  I.  5,  7;  ih  meina  sancta  Mdrjun  (:  richünj
I.  3,  31;  selbun  sancta  Mdrjun  (:  tliiarnün)  I.  7,  25.  Ausser  dem
Reime  dagegen  gebrauchte  er  es  stets  dreisilbig:  Mariä,  z.  B.  Mariä
tliaz  bihugita  II.  8,  12;  nam  Mariä  nardon  IV.  2,  15;  quam  Mariä
sliumo  V.  5,  1.  Ebenso  Notker:  fone  Mariun  uuambo  Ps.  Hattemer
78;  über  Mariun  sun  289 a .  Vgl.  Grafit  2,  831.  Lachmann,  Über  altd.
Verskunst  und  Betonung  S.  27.
hurolob~\  li  ist  hier  vorgesetzt  wie  oben  in  hucze,  das  erste  o
ist  unorganische  mundartliche  Erweiterung  der  Partikel,  das  zweite
steht  für  ou,  also  hurolob  —  urloub  st.  n.  licentia,  permissus,  Erlaubnis ­
  (zu  gehen),  commeatus.  Jene  unorganischen  Zwischenlaute
oder  unechten  Vocale,  die  sich  namentlich  nach  Liquiden  gerne  einschieben
  und  ursprünglich  unter  dem  Einfluss  der  Stammvocale
standen,  zeigen  sich  schon  von  frühester  Zeit  an  nirgends  häufiger  als
in  der  alamannischen  Mundart;  Beispiele  aller  Vocale  gibt  Weinhold
            
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