Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

170

V  a  h  I  e  n

nicht  mehr  als  ein  lediglich  den  Orest  und  die  Iphigenie  angehendes  erscheint,
sondern  an  verschiedenen  Personen,  zu  verschiedenen  Zeiten,  und  an  verschiedenen ­
  Orten  eintreten  konnte.  Zu  dem  Ende  ist  jeder  Zug  beseitigt,  der  dieser
Allgemeingiltigkeit  entbehrt  und  nur  an  Orcst  und  Iphigenie  sich  verwirklichen
konnte.  Auf  diese  Weise  gewinnt  der  Dichter  das  als  Forderung  der  Dichtung
aufgcslcllto  xa^oXo-j,  und  indem  er  erst  von  da  herab  zur  Individualisierung
schreitet,  wird  man  aus  seiner  noch  so  sehr  mit  concretcn  Zügen  ausgestatteten ­
  Dichtung  jenes  herauszuheben  immer  im  Stande  sein.  Das  Beispiel  selbst
ist  in  seiner  Fassung  nicht  frei  von  sprachlichen  Schwierigkeiten:  aber  nicht  in
den  Worten  XP° V V  varepov  rw  äcfEXpcö  avvißri  sX^siv  zf,g  i'epsiac,  zu  denen  ein
e’xsi  nicht  erforderlich  ist:  und  auvs’ßvj  ist  sehr  bezeichnend,  weil  es  den  hier
nicht  in  Betracht  kommenden  Zweck  und  die  Absicht  ausschliesst,  wie  Phys.
196  b  34  ;?X.Ss  cf’  o-j  zovzov  svexa,  aXXx  ovvißri  uvzöp  iXäeZv  xai  xoivjaui  zouro
[voü  xopioaoäai  evExa]  (Bonitz  Stud.  I  6ü).  Dagegen  wird  man  das  folgende
zo  dl  ozi  ivstXsv  o  rJiog  dia  nv’  aizixv  ecoi  voö  xalzdXou  £X3;Zv  s’xei,  xai  £f’  o  n
di,  slgoi  zov  pväov  kaum  ohne  den  Anstoss  lesen,  der  in  der  Wortstellung  von
£X3eZv  £xsi,  das  ja  nicht  von  zov  xxäiXov  abhängig  sein  kann,  liegt.  Und  drängt
dieser  Anstoss  zur  Annahme  einer  Verderhniss,  so  weiss  ich  noch  jetzt  nichts
besseres  als  die  Z.  K.  A.  S.  S.  23  empfohlene  und  schon  vor  mir  von  Düntzer,
Rettung  S.  IS  vorgeschlagcne  Tilgung  der  mit  s£o>  toD  p.v5ov  parallelen  Worte
E90J  roO  xxSoXov.  Allein  die  Beobachtung  mancher  auffälligen  Eigenheit  in  der
Aristotelischen  AVortstellung  regt  das  Bedenken  an,  ob  nicht  vielleicht  auch
dieses  Exempel  dem  Aristoteles  selbst  zuzuerkennen  sein  dürfte.  Man  vergleiche ­
  z.  B.  Politik  II  7,  1206  a  37  doxEi  7ap  zun  zo  zrspi  zag  ovaiag  sivai  pi-7«rrov
  zEza.y.3ai  xaXcöf.  Oder  Politik  III  16,  1287  a  33  zo  de  r<öv  te^vwv  sivat
doxsi  irapaderypa  •■psvSog,  on  xrX.  IV  3,  12S9  b  28  Sri  ~aavj;  iazl  ps'pij  -Xei'oj
“iXsoic  zov  apt.5p.dv.  IV  11,  1293  a  40  zoi/g  dl  avzovg  zovzovg  opovg  avoqxoZZov
avai  xai  ttöXecoj  apErijs  xai  xuxiag  xai  rrcXicAac.  Topik  147  b  lb  (cf.  23)  siäeiv
’jxp  vj  ävKjörvjra  ovdlv  diaylpsi  vj  ozipyjaiv  loozrizog.  Mehrere  recht  auffällige
Beispiele  hat  Waitz  zum  Organon  70  b  9  und  20  b  31  zusammengestellt,  die
übrigens  nicht  alle  von  gleichem  Werthe  sind,  wie  auch  bei  den  oben  zusammengestellten ­
  bei  einigen  die  Absicht  des  Aristoteles  deutlich  fühlbar  ist,
die  bei  anderen  weniger  erkennbar  ist.  Besonders  häufig  ist  die  durch  Zwischenschiebung ­
  mehrerer  Worte  bewirkte  Lostrennung  des  Genetivs  von  seinem
Regens,  die  ebenfalls  hier  und  da  so  auffällig  erschienen  ist,  dass  man  sich  zu
Änderungen  berechtigt  glaubte,  über  welchen  besonderen  Fall  ich  bei  einer
anderen  Gelegenheit  Näheres  auszuführen  gedenke.  Darf  man  nun  an  unserer
Stelle  das  zwischen  eng  zusammengehörige  Glieder  des  Suhjectes  eingedrängte
prädicative  e|w  zov  xaäiXov  wenigstens  erträglich  linden,  so  gewinnt  allerdings
die  Anknüpfung  des  Folgenden  mit  dem  nur  im  Ausdruck  variierten  Prädicat
e'910  roü  pväov  darum  Einiges,  weil  die  Verbindung  durch  xai-dl,  wenn  ich
recht  beobachtet  habe,  dem  Satz  eine  etwas  grössere  Selbständigkeit  verleiht,
der  die  (wenn  auch  modifieierte)  Wiederaufnahme  des  Prädieates  angemessener
ist.  Für  xal-dl  führe  ich  Beispiele  nicht  an,  ausser  einem  aus  der  Hist.  anim.
632  b  16,  wo  diese  Verbindung  auf  Grund  handschriftlichen  Zeugnisses  zu
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.