Beiträge zu Aristoteles Poetik.
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Einzelnes herabzuilrücken noch in der üiroxpiais ein von jener so verschiedenes
Moment zu entdecken, dass jene alles Vorherige zusammenfassende und abschliessende
Anknüpfung angemessen würde. Denn fasst man vxoxptoij im
strengen Sinne von der schauspielerischen Action, so würde diese zwar die
beiden Elemente tr/^para und tpcnva: treffend umfassen, aber die cuajijaic so
wenig einschliessen können, dass viel eher diese jene umfasste. Und anderseits
wollte man bei aicrSr/Gt; ausschliesslich an die Scenerie und Bühnendecoration
denken, so würde die eine der beiden Stellen der Poetik, wo dieselbe in
Bezug zu den Charakteren und dramatischen Personen gesetzt ist, widersprechen,
und auch so nicht einmal die hiesige in der Rhetorik eine angemessene
Abfolge der Begriffe ergeben. Bleibt also für die Deutung der ataSriGig ein jetzt
unbekanntes Moment aufzuCnden, oder ist diese Spur des Richtigen zugleich
die Spur einer Vcrderbniss? Undenkbar wäre es ja nicht, dass das weniger
häufige und bekannte Wort aia^yjaig durch das im Wesentlichen gleichbedeutende
bekanntere ünixpiai; erklärt worden, und dass, indem die Erklärung den
Platz des Erklärten einnahm, letzteres sich an unrichtiger Stelle dennoch daneben
erhalten hätte. Doch bietet sich, wenn überhaupt Verderbniss anzunehmen
ist, noch ein anderer und mir in diesem Falle wahrscheinlicherer Weg dar.
Erinnert man sich nämlich der vorhin in mehrfacher Absicht zusammengestellten
Citate der Poetik, in denen synonyme Begriffe, wie ä'/wv und v-oxpiTai,
axijvri und cb/tbv, axr,v?i und ÖKOxpirat und endlich ct'/w-j und aia^vjuts, alle zur
Bezeichnung theatralischer Darstellung combiniert erscheinen, so möchte eine
ähnliche Combination auch an unserer Stelle so unglaubhaft nicht sein. Hatte
aber Aristoteles etwa geschrieben a-yj)p.am xal ycovats xal oXca; s’v äiroxptai
xal alaS-qust, so leuchtet die Möglichkeit ein, wie der gleiche Ausgang beider
Wörter den Ausfall der letztem veranlasste, die nachgetragen an Unrechte
Stelle geriethen: und diese Worlumsetzung hätte an unserer Stelle ein Analogon
an xal rdj jrpaigeig, und noch andere Hessen sich aus der Rhetorik anführen,
wie die oben S.107A. emendiert mitgetheilte 1386 a G.In dieser Verbindung
aber würden die beiden Ausdrücke sv diroxpiaei xal cüaürjtvsi die durch schauspielerische
Action vermittelte sinnfällige Darstellung treffend bezeichnen. Das
vom Pariser Codex überlieferte und von Wilhelm von Moerbeke übersetzte s’v,
für das die (noch von Spengel beibehaltene) Vulgate rvj gibt, bezeichnet das
Medium der Darstellung, in derselben Weise, wie es die Poetik oft gebraucht:
1447 a 22 iroioOvrai TijV plpyjatv s’v pväpw xal X07M. b 29 s’v olc jroioOvrat tyiv
p.t'p.vjatv. 1448 a 20 s’v toTs aürolj xal rä aurä pipüaBai. a 23. 1449 b 33 s’v
rovroig (p.s).oa:ou'a nämlich und Äiac) '/äp -otoOv-ai rvjv (u'pvjmv. 1439 a 13
Tvjg s’v tw jrpärrsiv piprjaswc, dem gleich s’v p.irpw fupojrtxrj? entspricht; nach
deren Analogie Schmidt (Philolog. XIX 708) guten Grund hatte 1447 a 17
vj '/äp reo s’v izipoig p.ip.si<r5at statt ylvei herzustellen, was Susemihl viel zuversichtlicher
als viele andere Vermuthungen halte in den Text setzen dürfen.
Doch dies beiläufig. Da wir die «tcSyaig als Ausdruck der scenischen
Darstellung hiermit, wie ich hoffe, gesichert haben, so drängt sich eine andere
Frage nach, wie es komme, dass dieses sonst nur die sinnliche Wahrnehmung
bezeichnende Wort jenen Gebrauch angenommen habe. Denn dieser Anwendung