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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Beiträge  zu  Aristoteles  Poetik.

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Einzelnes  herabzuilrücken  noch  in  der  üiroxpiais  ein  von  jener  so  verschiedenes
Moment  zu  entdecken,  dass  jene  alles  Vorherige  zusammenfassende  und  abschliessende ­
  Anknüpfung  angemessen  würde.  Denn  fasst  man  vxoxptoij  im
strengen  Sinne  von  der  schauspielerischen  Action,  so  würde  diese  zwar  die
beiden  Elemente  tr/^para  und  tpcnva:  treffend  umfassen,  aber  die  cuajijaic  so
wenig  einschliessen  können,  dass  viel  eher  diese  jene  umfasste.  Und  anderseits ­
  wollte  man  bei  aicrSr/Gt;  ausschliesslich  an  die  Scenerie  und  Bühnendecoration ­
  denken,  so  würde  die  eine  der  beiden  Stellen  der  Poetik,  wo  dieselbe  in
Bezug  zu  den  Charakteren  und  dramatischen  Personen  gesetzt  ist,  widersprechen, ­
  und  auch  so  nicht  einmal  die  hiesige  in  der  Rhetorik  eine  angemessene
Abfolge  der  Begriffe  ergeben.  Bleibt  also  für  die  Deutung  der  ataSriGig  ein  jetzt
unbekanntes  Moment  aufzuCnden,  oder  ist  diese  Spur  des  Richtigen  zugleich
die  Spur  einer  Vcrderbniss?  Undenkbar  wäre  es  ja  nicht,  dass  das  weniger
häufige  und  bekannte  Wort  aia^yjaig  durch  das  im  Wesentlichen  gleichbedeutende ­
  bekanntere  ünixpiai;  erklärt  worden,  und  dass,  indem  die  Erklärung  den
Platz  des  Erklärten  einnahm,  letzteres  sich  an  unrichtiger  Stelle  dennoch  daneben ­
  erhalten  hätte.  Doch  bietet  sich,  wenn  überhaupt  Verderbniss  anzunehmen ­
  ist,  noch  ein  anderer  und  mir  in  diesem  Falle  wahrscheinlicherer  Weg  dar.
Erinnert  man  sich  nämlich  der  vorhin  in  mehrfacher  Absicht  zusammengestellten ­
  Citate  der  Poetik,  in  denen  synonyme  Begriffe,  wie  ä'/wv  und  v-oxpiTai,
axijvri  und  cb/tbv,  axr,v?i  und  ÖKOxpirat  und  endlich  ct'/w-j  und  aia^vjuts,  alle  zur
Bezeichnung  theatralischer  Darstellung  combiniert  erscheinen,  so  möchte  eine
ähnliche  Combination  auch  an  unserer  Stelle  so  unglaubhaft  nicht  sein.  Hatte
aber  Aristoteles  etwa  geschrieben  a-yj)p.am  xal  ycovats  xal  oXca;  s’v  äiroxptai
xal  alaS-qust,  so  leuchtet  die  Möglichkeit  ein,  wie  der  gleiche  Ausgang  beider
Wörter  den  Ausfall  der  letztem  veranlasste,  die  nachgetragen  an  Unrechte
Stelle  geriethen:  und  diese  Worlumsetzung  hätte  an  unserer  Stelle  ein  Analogon ­
  an  xal  rdj  jrpaigeig,  und  noch  andere  Hessen  sich  aus  der  Rhetorik  anführen, ­
  wie  die  oben  S.107A.  emendiert  mitgetheilte  1386  a  G.In  dieser  Verbindung
aber  würden  die  beiden  Ausdrücke  sv  diroxpiaei  xal  cüaürjtvsi  die  durch  schauspielerische ­
  Action  vermittelte  sinnfällige  Darstellung  treffend  bezeichnen.  Das
vom  Pariser  Codex  überlieferte  und  von  Wilhelm  von  Moerbeke  übersetzte  s’v,
für  das  die  (noch  von  Spengel  beibehaltene)  Vulgate  rvj  gibt,  bezeichnet  das
Medium  der  Darstellung,  in  derselben  Weise,  wie  es  die  Poetik  oft  gebraucht:
1447  a  22  iroioOvrai  TijV  plpyjatv  s’v  pväpw  xal  X07M.  b  29  s’v  olc  jroioOvrat  tyiv
p.t'p.vjatv.  1448  a  20  s’v  toTs  aürolj  xal  rä  aurä  pipüaBai.  a  23.  1449  b  33  s’v
rovroig  (p.s).oa:ou'a  nämlich  und  Äiac)  '/äp  -otoOv-ai  rvjv  (u'pvjmv.  1439  a  13
Tvjg  s’v  tw  jrpärrsiv  piprjaswc,  dem  gleich  s’v  p.irpw  fupojrtxrj?  entspricht;  nach
deren  Analogie  Schmidt  (Philolog.  XIX  708)  guten  Grund  hatte  1447  a  17
vj  '/äp  reo  s’v  izipoig  p.ip.si<r5at  statt  ylvei  herzustellen,  was  Susemihl  viel  zuversichtlicher ­
  als  viele  andere  Vermuthungen  halte  in  den  Text  setzen  dürfen.
Doch  dies  beiläufig.  Da  wir  die  «tcSyaig  als  Ausdruck  der  scenischen
Darstellung  hiermit,  wie  ich  hoffe,  gesichert  haben,  so  drängt  sich  eine  andere
Frage  nach,  wie  es  komme,  dass  dieses  sonst  nur  die  sinnliche  Wahrnehmung
bezeichnende  Wort  jenen  Gebrauch  angenommen  habe.  Denn  dieser  Anwendung
            
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