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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

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Vahle»

welchen  die  drei  Ausdrücke  ohne  wahrnehmbaren  Unterschied  möglichst  nahe
an  einander  gerückt  sind,  lassen  sich  noch  andere  beifügen,  durch  welche  derselbe ­
  synonyme  Gebrauch  verbürgt  wird.  Nichts  desto  weniger  hat  es,  wie  ich
glaube,  seinen  guten  Grund,  dass  Aristoteles,  um  die  Tragödie  gegen  die
Komödie  abzugrenzen,  ihre  Nachahmung  auf  aizovdaXoi  und  axovSaia  gründet,
dagegen  sowohl  von  dem  Charakter  des  Haupthelden  das  ixisixsg  als  auch  von
den  Charakteren  überhaupt  das  %pvjotöv  verlangt.  Dies  liegt  darin,  dass  die
oiroudaiörvjf  noch  ein  Element  enthält,  das  den  beiden  andern  fehlt  und  das
geeignet  ist,  nicht  blos  einen  sittlichen  Gegensatz,  sondern  auch  einen  ästhetischen ­
  Unterschied  auszudrücken,  axovSatov  bezeichnet  dem  Wortlaute  nach,
was  der  axovSrj  und  des  <77rouöa£siv  werth  ist.  Daher  treten  axovSri,  axovSa^tiv,
axovSaiov  in  Gegensatz  sowohl  gegen  iraiijsiv,  rratdiä,  wie  gegen  '/ilwg  und
7eXota,  die  selbst  in  das  Gebiet  des  xai&iv  gehören.  Diese  Gegensätze  treten,
um  Anderes  zu  übergehen,  sehr  deutlich  aus  der  Erörterung  der  Nicom.  Ethik
X  6,  1170  b  32  sqq.  hervor:  axovSaiav  8k  xal  jrovsiv  xaiSixg  x^P l ' J  >}Xi'3iov
^ai'vsrai  .  .  xxi&iv  d’oxwg  anoudat^y  .  .  op3S>g  iyjiv  8oxeZ  .  .  .  8oxü  8’6  ev8a£-pcov
  ßiog  xar’  äpsvijv  eivat -  oüros  8k  p:rä  ax(tv8r,g,  äXX’  oöx  sv  xou.8ix'  ßzXriti)
v£  Xi'jopsv  vx  ax.ov8a.Za  vtöv  r jsloitov  xal  vwv  pevä  iraiöiä;  xvX.  Und  diese  Seite
der  axovSaiorigg  ist  mit  in  Betracht  zu  ziehen,  wo  es  sich  um  den  Gattungsunterschied ­
  der  Dichtungen  handelt,  so  wenig  es  auch  zu  leugnen  ist,  dass  dem  Aristoteles ­
  in  der  Poetik  die  in  der  <7“ovöaiövvjj  eingeschlossenen  beiden  Seiten
ineinanderlaufen,  der  ästhetische  Gegensatz  des  Ernsten  und  Würdigen  gegen
Scherz  und  Spiel,  Lächerliches  und  Komisches,  und  der  ethische  Gegensatz  des
sittlich  Guten  zu  dem  Schlechten  und  Bösen.  Diese  Mischung  fehlt  dem  Irrtstxs’j
wie  dem  xp‘jervov,  die  daher  mehr  am  Platze  waren,  wo  es  sieh  nur  um  den  sittlichen ­
  Charakter  im  strengen  Sinne  handelte,  im  Gegensatz  gegen  p.oyJir}pia.
und  irovvjpi'a.  Der  Begriff  des  axoudxZov  ist  aber  damit  noch  nicht  erschöpft:
das  Wort  ist,  wie  Aristoteles  ausdrücklich  bemerkt,  als  Ersatz  für  ein  fehlendes
xapüv'jpov  zu  apsrvj  zu  betrachten  und  participiert  an  der  Bedeutung  der  äpsrv;
in  ihrer  ganzen  Ausdehnung.  Diese  aber  ist  nach  Aristoteles  Definition  überhaupt ­
  vsleiwaig  ug  und  bezeichnet  die  Tüchtigkeit  in  allen  Beziehungen.  Demgemäss ­
  spricht  man  denn  auch  von  vöpog  axovoxlog,  vopoäizrig  axovdaZog,
xohg,  aroXim'a  axov8aia,  ixxog,  irpSalpog  axou8xZog,  xiäapiarqg  axouSxZog,
pxx'i'pSia  axovSaia  u.  a.  Und  aus  diesem  weiteren  Umfang  wird  erst  die  äp-rn
und  axovSaikryg  in  der  strengen  sittlichen  Bedeutung  herausgeschält.  In  jener
Bedeutung  von  axovdaiov  stimmen  mit  ihm  aber  auch,  obwohl  ihr  Gebrauch
seltener  ist,  ixisuig  ('was  so  ist,  wie  es  sich  gebührt’)  und  /pvjirrov  (  brauchbar’). ­
  Polit.  IV  2,  1289  b  7  expive  x«uüv  piv  oi/arhv  sirisixcöv,  ofov  zhyxpyj.ag  vr
Xpijffrijs  xal  vcov  aXXow,  yjipiozTjv  8rjpoxpaziav,  yaulcov  8k  äpiovvjv.  Vgl.  VI  4,
1319  a  34,  VIII  5,  1339  b  3  xpivziv  rx  yyygagy.  xal  vä  pvj  yj/gvrä  röiv  psXtuv.
(Die  Bedeutung  des  ixietxig,  wonach  es  =  o’tn/'yvorp.ovtxov,  die  mildere  Billigkeit ­
  neben  dem  strengen  Recht,  Sixaiov,  bezeichnet,  und  die  mehr  politische,
dass  oi  ExisixsZg  die  Vornehmen  im  Gegensatz  gegen  die  Menge  heissen,  lasse
ich  hier  ausser  Acht.)  Den  Gegensatz  gegen  alle  drei,  axovdaZog,  ixiEixvjg,
Xpriarög  in  allen  Variationen  ihrer  Bedeutung,  bildet  yaülog,  das  eine  ganzo
            
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