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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Forschung  und  Kritik  auf  dem  Gebiete  des  deutschen  Alterthums.  II.  1  1

zweimal  in  Tegernseer  Glossen  (vgl.  Graf!'  6,  135);  piniuuurx,  in
Tegernseer  Glossen  (Graff  1,  1050).
Die  mlid.  Formen  sind  Me  f.  und  bin  f.,  beide  durch  Reime  gesichert, ­
  aber  weder  kommt  jene  bloss  bei  baierisch-österr.,  noch  diese
bloss  bei  schwäb.-alam.  Dichtern  vor.  Men  (:  Marien)  Wernhers
Maria  (=  HofTmanns  Fundgr.  II.  160,  4.  Feifalik  934),  Wolfram,
Tit.  83,  4:  Me  (:  ämie),  Willi.  117,  20:  Me  (:  comunie),  275,  4:
Men  (:  snienj;  Me  (:  dtrie)  Neidbart  43,  33;  pien  f:  Irfien)  das
Kotzenmäre  (s.  Kolocz.  Cod.  151,  238);  Me  (:tenterie,  Possen,
Tändelei)  Von  der  Minne:  Fragmente.  S.  XXVII';  Men  (:  vrien)
Burkart  v.  Hohenfels  (=  MS.  1,  84“);  Me  (:  vrie)  Mariengrüsse
158  (=  Zeitschrift  8,  280).  Die  beiden  Letzten,  Burkart  v.  Hohenfels ­
  und  der  Verfasser  der  Mariengrüsse,  wahrscheinlich  auch  der
Verfasser  des  Gedichtes  „Von  der  Minne“,  gehören  den  schwäb.-alam.
  Landen  an.
Die  Form  bin  begegnet  im  Reim,  und  nur  auf  diese  Fälle  ist
hier  wie  dort  Rücksicht  genommen,  hei  alamaunischen,  mitteldeutschen
und  österreichischen  Dichtern:  pin  (:  in)  St.  Ulrich’s  Lehen  ed.
Schmeller  213;  bin  (:  hin)  Troj.  Krieg  32776;  bine  (:  hine)
Albrecht  v.  Halberstadt  ed.  Bartsch  35,  406;  bin  (:  hin)  Renner
18568.  23012;  bin  (:  geioin)  ebd.  19602;  bin  (:  hin)  Die  Krone
des  Heinr.  v.  Tiirlin  17807.
Aus  den  hier  mitgetheilten  Stellen  geht  hervor,  dass  im  Gebrauch
der  verschiedenen  Wortformen  keinerlei  landschaftliche  Abgrenzung
besteht  und  mithin  zu  der  Annahme  eines  haierischen  pin,  Me  und
schwäbischen  pini,  bin  kein  thatsächlicher  Grund  vorhanden  ist.
Daran  vermag  das  in  den  lebenden  Mundarten  des  baierisch-österr.
Sprachgebietes  zuweilen  vorkommende  bei.  beie,  beij  (s.  Schmeller
1,  165.  Lexer,  Kärntisches  Wörterbuch  20.  Schmeller's  s.  g.  Cimbrisches
  Wörterbuch  152“  paia.  Frommann’s  Mundarten  4,  54  und
Schöpf,  Tirol.  Idiotikon  34)  um  so  weniger  etwas  zu  ändern,  als  diese
Form  auch  in  Franken  (bi,  Me:  Frommann  2,  209.  6,  416.  418)
und  der  Schweiz  (beyi  Stalder  1,  153)  sich  findet.  Überdies  erscheint
daneben  pein,  bein  (Schmeller  a.  a.  0.,  Höfer  1,  70.  Schöpf  a.  a.  0.),
in  Wien  bein,  beinscliwarbel,  Bienenschwarm;  ja  bei  schärferem  Zusehen ­
  wird  seihst  in  Baiern  das  Wort  stets  nur  mit  dem  Nasalton
bei',  ba,  bi'  also  =  bein,  bin  ausgesprochen  (s.  Schmeller  a.  a.  0.).
Genau  eben  so  lautet  es  bei  Megenberg  287,  27  fl’.:  apis  liunt  am
            
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