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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

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V  a  h  1  e  n

ai'psaig  und  tpu^vj  mit  den  entsprechenden  Formen  die  Gegensätze  sind,  so  ist
damit  nicht  etwa  bloss  eine  durch  Beobachtung  zu  gewinnende  Thatsache  des
Sprachgebrauchs  festgestellt,  sondern  sie  hat  ihren  ausreichenden  Grund  in
der  begrifflichen  Feststellung  der  zpoaipzcnc,  wie  sie  die  Nikomachische
Ethik  III  Kipp.  4  —  3  in  wiinschenswerthester  Vollständigkeit  gibt.  Die  irpoccipeeig
  schliesst  nach  dem  Wortlaut  (Nie.  Eth.  111  4,  1112  a  16  v-oarip.cdvn-j
S’k’oixe  xai  Toövopa  ws  ov  zpd  izipwv  aepsrov)  den  Begriff  der  Wahl  in  sich:
diese  aber  beruht  auf  der  Erwägung,  ßovXzvijic,  die  selbst  noch  nicht  zpoaipsmg
  ist,  dieser  aber  zur  nothwendigen  Voraussetzung  dient,  und  in  ihr  den
Abschluss  findet  (Nicom.  Eth.  III  3,  1113  a  4  rö  -/dp  ix  rf,g  /3o'jA-i7S-  zpaxpiSh
zpoaipezov  soriv).  Darin  aber  stimmen  beide  überein,  dass  sie  dasselbe  Object ­
  haben,  nämlich  za  ot’  vjptcöv  zpctzza  (ßovXsvöpsSa  zspl  rüiv  sp’  >5p.iv  zpaxreov
  Nicom.  Eth.  III  3,  1112  a  31;  b  32,  und  III  4,  1111  b  23;  vgl.  Rhetor.  I  2,
1337  a  6  u.  23),  und  darum  gehen  beide,  auch  hierin  von  der  ßovX-ijaig  unterschieden, ­
  nicht  so  sehr  auf  das  Endziel  als  auf  die  Mittel  und  Wege,  die  zu
demselben  führen  (vj  ßovXr,cng  zov  ziXavc  fori  päXXov,  v?  Sk  zpoaipeaig  tS>v
zaög  rö  zzXog,  ofov  u-patvetv  ßovX6p.zSa,  zpoaipovpzäa  Sk  dt’  tbv  u'/tavo0ptcv
Nicom.  Eth.  111  4,  1111  b  28.  Und  ebenso  ßovXsvcptSa  ov  z=pi  zwv  tsXüv,  dXXä
zsoi  zö>v  zpog  zd  ziXr]  •  ovzz  -/dp  luzpog  ßovXsvezai,  ü  vyixozi  .  .  .  äXXä  ^iftevot
ziXog  zi,  zwg  xai  dta  rtvwv  sirat,  zxozoütn.  Nicom.  Eth.  III  3,  1112  h  12,  34).
Hält  inan  diese  in  der  Nicom.  Ethik  im  Zusammenhang  dargelegte  und  noch
durch  manche  Einzelstelle  zu  belegende  Begriffsentwickelung  fest,  so  leuchtet
ein,  dass  die  Erwägung  und  ßerathung  (ßovXzvGig')  sowohl  die  Mittel,  welche
zu  dem  gesetzten  Ziele  führen,  als  die  ihm  entgegenwirkenden  umfasst  (ganz
so  wie  das  auf  dem  ßovXzvzaSai  beruhende  svpßovXzvziv  das  avp.oipov  und
ßXaßepiv,  das  zpozpizsiv  und  xzozpkzziv  einschliesst),  und  dass  ebenso  der  aus
der  ßovXzvaig  hervorgehende  Entschluss  und  Vorsatz  (zpoaCpzaic)  das  Eine  zu
ergreifen  und  zu  verfolgen  (xipziGSut.  und  diwxsiv)  und  das  Andere  zu  meiden
und  zu  fliehen  (orj-yetv)  gebietet.  Und  diese  im  Begriff  der  zpoaipzaig  liegende
Doppelseitigkeit  sprechen  denn  auch  einige  Stellen  deutlich  aus,  wie  Nicom.
Eth.  III  4,  1112  a  2  sqq.  zw  */xp  zpoaipziajai  zis/xSx  vj  za  xaxd  zoioi  zivig
sapzv,  zw  Sk  öo£ä£siv  ov  •  xai  zpoaipovpzSx  piv  XaßzZv  r,  ov’jztv  .  .  Sotga.top.zv
Sk  -1  iazv)  Y)  rtvt  avpaipu  yj  zo>g-  Xaßelv  Sk  : <g  ovjzlv  ov  zdvv  Sogz^ou.vj.  Und
VII  6,  1148  a  6  6  (AVJ  ™  zpoaipzlaäai  rtöv  zz  riSzt.ov  Siwxotv  zag  vzspßoXxg
xai  zwv  XvzxipSrj  osüqoiv.  ibid.  a  17  sqq.  Und  an  der  schon  angeführten  Stelle
der  Rhetorik  II  21  wird  was  gesondert  als  alpzzd  ^  ozvxzd  bezeichnet  war,
durch  zpoxipEzx  zusammengefasst.  Es  ist  also  der  Sache  vollkommen  entspre'
cliend,  wenn  aipzuig  und  <pv r /rj  und  die  entsprechenden  in  dem  thatsächlichen
Gebrauch  als  Gegensätze  erscheinen,  die  in  der  zpoaipscig  ihre  Einheit  habeiq
und  es  kann  dagegen  von  keinem  Gewichte  sein,  dass  gelegentlich  zpoxipzaig,
zpoaipzza  mit  der  einen  Seite  des  Gegensatzes  xipzGig  und  aipzza  identisch
gesetzt  ist.  Oft  aber  tritt  jener  Gegensatz  überhaupt  zurück  und  bezeichnet
zpeaipzGig  den  sittlichen  Entschluss  im  Unterschied  von  zääog  oder  Stavoj«
und  üo£a,  um  von  anderen  den  ethischen  Begriff  des  Wortes  nicht  berührenden
Anwendungen  ganz  abzusehen.
            
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