BeiIräg-e zu Aristoteles Poetik.
159
eivai pipijrix'/iv, in denen raürr;v auf rpaqaidi'a geht, durch Tilgung des unentbehrlichen
irsjrXeqp&ijv in eine ganz unrichtige Verbindung gebracht hat pv) Ä?r<lvjv
<xXXä xai raurvjv xvX. Ist doch das ausdrückliche pi) <xttX^v «XXä Trr-Xe^pivvjv
so ganz in der Aristotelischen Weise, dass man es schon darum nicht antasten
sollte. Und mit dem erklärenden xal raünjv ( und zwar’) wird der Begriff der
Tragödie überhaupt aufgenommen, da ja nicht von der einen oder anderen
Compositionsform, sondern von ihr überhaupt das Prädikat (poßepSiv xai iXsetvcöv
sivea pipvjrtx^v zu gelten hat, wie zum Überflu-s auch die begründende
Parenthese deutlich ausspricht roüro "jap tötov zfjg rotaunjj pipr/ireoig, worin
rvjg roiaürvj; nicht durch oder jrsirXEqpEvvjs, sondern durch ryc rpaqixijj
zu erklären ist. Es ist aber für die Auffassung des Folgenden von Wichtigkeit,
sich darüber klar zu werden, dass der mit iKciSrj ouv beginnende Vordersatz
die Grundlage abgibt nicht bloss für die Erörterungen des 13., sondern auch
die im 14. Kap. und weiterhin folgenden Untersuchungen über den pv3o;. 'Da
nach dem Vorangegangenen festsieht, dass die beste Tragödie nicht die einfache,
sondern die verflochtene ist, und da die Tragödie überhaupt Furcht und
Mitleid erregende Ereignisse darzustellen hat, so muss erstlich, ganz abgesehen
von der Compositionsform, der tragische Übergang so und so beschaffen
sein, und zweitens hat man von den Gliedern des Mythos, auf denen die verflochtene
Tragödie beruht, den und den Gebrauch zu machen.’
Im 14. Kapitel haben die Worte av pev ouv i^Spo'v xrX. (1433
b 17) unterschiedlich Anstoss geboten. Zunächst diene zur Berichtigung der
Susemihl’schen Note zu wissen, dass in allen Handschriften, auch in B c , die
Stelle so überliefert ist: av psv ouv syJXpöj iySpiv, oüdlv iXesiväv ovdk imwv
ou8k psXXcov, 7rX^v xar’ aürö rö üdclXoc. Hinter peXXoov hat die Aldina, d. h. die
Ausgabe der Rhetores Graeci vom J. 1308 dsixvuot eingeschoben; das in den
späteren Ausgaben hinter fx^pöv stehende ärroxrzivi) dagegen steht in der Aldina
weder dort noch, wie Susemihl angibt, hinter oiiöh, sondern erscheint meines
Wissens zuerst in dem gleichfalls vom Aldus gedruckten Text der Poetik vom
J. 133(1, welcher der lateinischen Übersetzung des Alexander Paceius beigefügt
ist. Dieses ist vermuthlich die Recension, welche der Herausgeber der Übersetzung,
Alexander’s Sohn, Wilhelm Paccius, besorgt hat. Wenn Paecius übersetzt:
itaque si hostis hostem obtruncet obtruncaturusve sit, nequaquam miserabile
illud, praeterquam necis ipso affectu, assequetur, so soll damit wohl, ohne
die Absicht einer Emendation des Textes, nur der Gedanke ausgedrückt werden.
Doch kann die Übersetzung den Anlass zu jener dem Gedanken entsprechenden
Ergänzung von äzroxm'vp gegeben haben, die sieh mit der anderen dcUvvai von
da ab bis heute in den Texten erhalten hat. Gegen die erstere (die andere lässt
er unberührt) hat M. Schmidt (Philol. XX 352), der Rittern einschwärzen lässt,
was drei Jahrhunderte lang in den Texten steht, Einwendungen erhoben, die
nicht stichhaltig sind; denn unbeschadet des folgenden peXXoüv konnte Aristoteles
hier ä-oxreivp schreiben, das, überliefert, unangetastet stehen würde. Die
Frage ist nur, ob die Ergänzung nothwendig, und diese Frage trifft beide Ergänzungen
gleichmässig. Schmidt glaubt die erste unnöthig zu machen durch
die Schreibung: av piv ouv iyäp&v, r/3po,- oüoev xrX. (oder o e’-/jpö;). Allein