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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

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V  n  h  1  e  n

sollte  denn  in  diesem  Falle  ein  Sxjxsp  Eipvjrat  hier  bei  einer  einzelnen  Nebenbemerkung;, ­
  da  es  bei  jener  Annahme  gleich  in  der  Definition  selbst  hatte  stehen
müssen:  dort  ist  freilich  der  Platz  dafür  durch  ein  mit  Stajzep  £ipr,zai  unvereinbares ­
  £>ai:sp  xai  rouvopa  avjpai'vst  verstellt.  Allein  abgesehen  davon,  mir  will
auch  soti  oupj3ai'vEtv  nicht  das  Richtige  scheinen,  statt  dessen  Aristoteles,  wenn
ich  nicht  sehr  irre,  vielmehr  trupßatvsi  sfvai  geschrieben  haben  würde,  wie  er
avpßaC'jsi  '/ifjeaäui,  e'xeiv,  u "d  auc h  “ v “‘  nicht  selten  schreibt.  Ich  betrachte
vielmehr  E<mv  als  genau  entsprechend  dem  in  dem  zweiten  Glied  des  Satzes
folgenden  fariv  ävcp/vcapctrai,  und  aus  letzterem  ist  auch  zu  dem  ersteren  saziv
der  Begriff  des  Erkennens  zu  ergänzen,  den  übrigens  auch  das  unmittelbar  vorhergehende ­
  sttri  psv  ouv  xai  aXXat  ävayvcopioeig  ebenso  leicht  darbietet.  Die
Worte  oiaizep  sipijvxi  avpßaivsi  können  so  allerdings  nicht  richtig  sein;  aber  die
Verderbniss  steckt  nicht  in  oupßatvEi,  sondern  in  Eipvjvat.  Ich  nehme  eine  Fassung ­
  an,  wie,  um  nur  beispielsweise  die  Form  zu  bezeichnen,  coonEp  iv  Tripei
avpßxivsi:  'man  kann  auch  in  Bezug  auf  Leblosesi  und  Beliebiges  erkennen,
wie  es  im  Tereus  der  Fall  ist’.  Dies  ergibt  eine  Satzform,  der  sich  z.  B.  aus  der
Topik  vergleichen  lässt  121  b  36  ro  7s  ujt’  aXXvjXa  r,  viro  za-Jzd  apyto  ‘/Ö/vst-Tx:
Ta  toö  aÜTOÖ  7EVY}  twv  äva'yxattov  6o'£ssev  av  sivat,  xaSazep  xai  eirl  tvjs  apErr^g
xai  zzjg  ijziazvjp.7]z  avp.ßaivei,  oder  123  b  11  si  '/ap  toöto  [xr t  s’v  7e'vet,  0vS'e  zd
Evavvt'ov  rouzov  iv  7s’vst  sarai,  äXX’  aöro  7EV0S,  xa-jä-Ep  s’iri  toö  1x7aäoO  xai  toö
xaxoö  aupßatvst.  Oder  Polit.  IV  9,  1294  b  19  EpyatvErat  7äp  ixxzspov  Ev  aÖTtö
Ttöv  axpcov  •  OTTEp  oupßai'vsi  jrEpi  T'öv  Aaxsdacpoviojv  jroXirstav,  und  anderes  ähnliches ­
  mehr.  In  diesem  Sinne  wird  sich  auch  an  unserer  Stelle  üiaizEp  avpßaivet
recht  wohl  an  das  vorangehende  eaziv  anschliessen,  und  es  wird  darauf  ankommen ­
  aus  EEpvjrat  den  zu  avpßaivsi  gehörigen  Begriff'  zu  eruieren:  was  mir
nicht  gelungen  ist.
Über  xai  nepmizsia  (1432  a  38),  das  Susemihl  tilgt,  habe  ich  dem  im  Text
Gesagten  nichts  hinzuzufügen;  aber  da  derselbe  auch  statt  rj  eXeov  sfei  vj  yo'jBov
beidemal  xai  verlangt,  so  sei  Folgendes  bemerkt.  Dass  Mitleid  und  Furcht  in
der  tragischen  Pathologie  des  Aristoteles  eng  zusammengehörige  Affecte  sind,
die  nur  in  ihrem  Ineinandergreifen  die  rechte  Wirkung  erzeugen,  ist  unbestritten
und  durch  unzweideutige  Urtheile  der  Rhetorik  und  Poetik  ausser  Zweifel  gestellt. ­
  Allein  die  Frage  ist  ja  nur  hier,  wie  in  anderen  ähnlichen  Fällen,  wo  neben
einer  festen  Terminologie  einiges  Abweichende  herläuft,  wie  weit  Aristoteles,
unbeschadet  jenes  festen  Verhältnisses  der  beiden  Affecte  zu  einander,  sich  im
Einzelnen  Freiheit  des  Ausdrucks  gestattet  habe.  Nun  hat  er  aber  K.  13,  1453  a
1  u.  3  dasselbe  disjunctive  Verhältniss  in  der  negativen  Wendung  oute  eXeov
oute  oo/Sov  ausgedrückt,  womit  zu  vergleichen  ist,  dass  er  sieh  deckende  Ausdrücke ­
  oder  eng  zusammengehörige  Begriffe  in  gleicher  Art  disjunctiv  verbindet, ­
  wie  Rhetor.  III  17,  1418  a  16  oö  -/xp  e^ei  oute  fjSog  oute  zzpoaipeaiv  v5  änoüu^ig,
  oder  Politik  VIII  2,  1337  a  37  oü  7xp  raurä  .  .  pav3ävsiv  zobg  veouj
oute  7zpdg  äpergv  oute  zcpög  tüv  ßiov  töv  apiUTov.  Denn  der  ßiog  apiazog  ist  von
der  xpEZY)  so  wenig  zu  trennen,  wie  vom  ySog  die  izpouipeaig.  Nun  ist  zuzugeben,
dass  zwischen  der  negativen  und  affirmativen  Form  ein  kleiner  Unterschied  in
der  Disjunction  besteht,  aber  wenn  Aristoteles  14,  1453  b  14  schreibt  noia  ouv
            
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