Beiträge zu Aristoteles Poetik.
153
praktische Anweisungen anzufügen, welche sich auf die Ausführung
der Tragödie bezogen. Und so hat denn auch Aristoteles im Eingang
des 17. Kapitels durch die Ausdrücke roü? [xOSoug ovyiprdvtzi xai rrj
}i£ct seine Absicht zwar deutlich genug bezeichnet,
in diesen Abschnitten selbst aber von jeder Bezugnahme auf die
noch nicht theoretisch erörterte leidig abgesehen. Kann man es nun
hienach als zweckmässig begreifen, dass die Kapitel 17 und 18 nach
Abschluss der Lehren vom Mythos und Ethos und vor denen über
(dtavota und) iUftc eingereiht sind, so wird meines Erachtens diese
Zweckmässigkeit erheblich gestört, wenn die Lehre vom Ethos (IS)
von ihrem Platz vor 17 entfernt und dem Kapitel 18 nachgestellt
wird.
Ganz abgesehen davon, dass, wie bemerkt, mehre Äusserungen
im 17. Kapitel die Betrachtung des Ethos nothwendig voraussetzen,
und auch davon, dass die Schlussbemerkung von Kap. IS, das wir
unmittelbar vor 17 stellen, eine natürliche und bequeme Überleitung
zu der ersten Vorschrift dieses bildet, so ist überhaupt die Zuversicht
zu jener Annahme davon abhängig, wie man Charakter und Zweck
der Abschnitte 17 und 18 aufzufassen habe. Sollte darin meiner
Darlegung Zustimmung werden, so möchten die daraus gezogenen
Consequenzen, die auf Rechtfertigung der überlieferten Ordnung
gehen, leichter Eingang finden.