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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

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Pfeiffer

nächst  wieder  der  Eigenthiimer  des  Bodens,  auf  dem  sie  sich  schliesslich ­
  niedergelassen  oder  angesiedelt  hatten,  bemächtigen  durfte,
gleich  wilden  Thieren,  denen  die  Bienen  beigezählt  wurden;  iventi
binen  wilde  wurme  sint  >).
Z.  3.  sizi]  schwache  Imperativform  des  st.  Verbums  sizan,
sitzen,  sedere.  Vgl.  sitzi  azs  zesuun  halp  miin,  sede  a  dextris  meis:
Isidor  V“,  20.  Graflf  6,  286.  Grammatik  l 2 ,  868.
bina]  über  die  verschiedenen  Formen  und  Geschlechter  des
Wortes  ‘Biene’  im  Ahd.,  Mlul.  und  den  lebenden  Mundarten  bat
J.  Grimm  in  der  Grammatik  3,  365.  366.  und  im  D.  Wörterbuch  1,
1367.  1816.  ausführlich  gehandelt.  Wenn  er  aber,  Geschichte  der
D.  Sprache  S.  1033  (2.  Ausg.  717),  fragweise  die  Vermuthung  ausspricht, ­
  dass  ahd.  pid  baierisch,  pini  schwäbisch  seien,  so  dürfte  sich
dies  bei  genauerer  Betrachtung  kaum  bestätigen.  Die  Form  pid  ist  im
Alul.  bis  jetzt  nur  ein  einziges  Mal  nachgewiesen  (GratT  3,  13)  und
zwar  aus  keiner  baierischen  Quelle,  sondern  in  den  Wolfenbüttler
Glossen  von  Thier-  und  Pflanzennamen  aus  dem  11.  Jahrhundert,
welche  Graff  1,  LXXXIII  als  „fast  niederdeutsch“  bezeichnet.  Dazu
stimmt,  dass  in  sämmtlichen  Sprachen  des  Nordens  das  Wort  stets
ohne  das  Ableitungs-  n  erscheint:  ags.  beo,  altn.  by,  engl,  bee,
schwed.  dän.  bi,  nnl.  by,  bye.  Öfter  belegt  ist  pian,  ein  st.  Masc.,
in  der  St.  Galler  Hs.  242.  n.  s.  pian,  apis  (Ilagen’s  Denkm.  2,  34),
n.  pl.  pianä,  apes  (Ilattemer  1,  279“)  und  den  Reichenauer  Glossen
Rd.  und  Jun.  B:  g.  pl.  impi  piano,  examen  apum  (Germ.  11,  42 b ,
Nyerup,  Symb.  204,  unten);  am  häufigsten  das  st.  Neutrum  pini,
bini,  meist  in  alamannischen  Quellen,  Kero,  Reichenauer  und  St.  Galler
Glossen  und  Notker,  doch  auch  in  fränkischen  oder  mitteldeutschen,
z.  B.  dem  Summarium  Heinrici  der  Trierer  Hs.  (vgl.  Graff  3,  13.
Germ.  9,  20).  In  Zusammensetzungen  gewähren  diese  Form  aber
auch  baierisch-österreichische  Handschriften:  pinibluomo,  thymus,
Gl.  Prud.  Cod.  Emmeram.  E.  18  und  Sal.  4.  Cod.  Prag.  (s.  Graff  3,
242);  pinichar,  alvearium,  im  Summarium  Heinrici,  den  Glossen  der
Herrad,  aber  auch  in  Tegernseer  Glossen  (s.  Graff  4,  463);  binikrut,
thymus,  Cod.  Vind.  Med.  6  (nun  Nr.  lO.Diut.  3,  338);  pini-,  binisügä,

i )  S.  Grimm,  Rechtsalterthümer  S.  596  ff.  und  August  Menzel,  Bienenwirthschaft  und
Bienenrecht  des  Mittelalters.  Nördlingen  1865.  S.  28  f.  35.  40.,  eine  schützbare ­
  kleine  Monographie,  auf  die  ich  statt  alles  Weitern  hier  verweise.
            
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