Beiträge zu Aristoteles Poetik.
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dass sie nach Form und Gedanken als echt aristotelisches Gut zu
betrachten, ward früher bemerkt und begründet (Beitr. I S. 30). Von
den einfachen Mythen und Handlungen sind die episodischen (at Iksiaodiüjrjug
mit blosser Beziehung auf npätgug, wie auch nachher bald
p.vSog, bald xpälgig als Regens angesehen ist: vgl. Topik 103b 4 sqq.)
die schlechtesten. Episodisch nenne ich aber die Composition, in
welcher die Episodien weder nach Wahrscheinlichkeit noch nach
Nothwendigkeit auf einander folgen. In diesen Fehler fallen schlechte
Dichter, weil sie es eben besser nicht können: aber auch gute begehen
ihn leicht und diese aus dem Bestreben, die Kampfrichter (denn an
diese zu denken legt dytovioixaTci. nahe), also im Grunde das Publicum
zu gewinnen und zu bestechen. Wenn nun der einfache Mythos
in seinem eigenen Inhalt nicht hinreichendes Interesse bietet, so
suchen sie diesen Mangel (der ein Mangel der Wahl oder der Erfindung
ist) dadurch zu ersetzen, dass sie den Mythos über sein Vermögen
hinaus (denn 7rapä oüvapiv geht nicht die dvva.[ug des
Dichters, sondern die öOvaptf des Mythos an und xai heisst 'selbst’)
dehnen, Episodien einflechten, die für sich selbst anziehen sollen,
aber weil sie nicht so sehr aus dein Mythos herausgearbeitet, als in
ihn frei hineingetragen sind, den Fortschritt der Handlung nicht fördern,
sondern die natürliche Aufeinanderfolge verderben. Der Fehler
verstösst gegen die im 17. Kap. aufgestellte Vorschrift, dass die Episodien
den Personen und Verhältnissen der Haupthandlung abgewonnen
und ihnen angepasst sein sollen, und ist dem anderen im 18. Kap.
gerügten Fehler der epischen Vielstoffigkeit, mit dem er auch das
Motiv tlieilt, verwandt: gleichwohl besteht zwischen beiden auch ein
merklicher Unterschied: der letztere entstand daraus, dass der Tragiker
auf ein Hauptmoment des Sagenstoffes sich nicht beschränkend
die ganze Fülle episodischer Einzelhandlungen, wie sie dem Epos
gerecht ist, in den engen Rahmen des Drama zusammendrängte und
dadurch die anschauliche Betrachtung der Einzelglieder und ihres
Verhältnisses zum Ganzen verkümmerte. Der hiesige Fehler dagegen
entspringt dem unkünstlerischen Bemühen, einem inhaltarmen Stoffe
dadurch zu Reiz und Interesse zu verhelfen, dass man von der Handlung
selbst nicht dargebotene oder geforderte Episodien einllechtend
diese selbst in ihrem einfach natürlichen Zusammenhang stört.
Hatte nun Aristoteles im achtzehnten Kapitel eben erst eine dem
Theaterpublicum zwar genehme, aber der Strenge dertragischen Theo-