Beiträge zu Aristoteles Poetik.
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festem Brauch nicht minder als nach ihrem Wesen einen massigen,
keiner grossen Unterschiede fähigen Raum einnimmt, eine solche
Stofffülle zugemuthet werde, wie sie das behaglich in die Weite sich
dehnende Epos nicht blos verträgt, sondern fordert. Wer also z. B.
die homerische Ilias (denn an keine andere kann gedacht werden),
deren Haupthandlung einfach und klein ist, und daher nur eine oder
höchstens zwei Tragödien abwirft (Kap. 23), mit allen breit ausgeführten
Episodien in die so viel engeren Grenzen eines Drama
drängen wollte, würde statt einer dramatischen eine epische d. i.
vielstoffige Composition liefern, und während dort, im Epos, in dem
breiteren Raum des Ganzen auch die episodischen Glieder alle die
ihnen angemessene Ausdehnung gewinnen können, muss hier, im
Drama (denn das heisst iv rölg opd.iJ.scGi vgl. 1455 b 13), der augenfällige
Widerspruch zwischen den engen Grenzen des Ganzen und
der unverhältnissmässigen Fülle des Stoffes einen dem erwarteten entgegengesetzten
Erfolg haben (71 o/u rsapd. ry]v ünolrj'piv >) äjroßatvst).
Denn während im Epos ruhige Betrachtung der einzelnen Glieder
des Ganzen, wie sie das schöne Kunstwerk verlangt (Kap. 7),
ermöglicht ist, muss im Drama die gedrängte Fülle der hastig auf
einander folgenden Begebenheiten verwirrend wirken und den
Genuss verkümmern. Beweis dessen ist die Thatsache, dass Dichter,
welche z. B. die Sage von Ilion's Untergang ihrem ganzen Umfange
nach zum Sujet eines Drama machten, und nicht wie Euripides in
der Hekabe, in den Troerinnen aus je einem Moment jener stoffreichen
Sage ein einzelnes Drama schufen, oder den Niobemythos in seiner
ganzen Ausdehnung 2 ) und Verzweigung in einer Tragödie dar-0
Denn ujrdXvjtptg bedeutet die Annahme der Dichter (die in diesem Falle einen
Wunsch einschliesst), dass sie nämlich mit jener Compositionsform besonderes
Glück haben werden. Vgl. Polit. V 1, 1301 a 37 orav xara rvjv ujtoX>ji//iv,
exarepoi ru^avouffiv e^ovrec, {/.ere^coffi rvjg nroXiretas, OTacta^ouctv. Nieom.
Eth. VII 4, 1146 b 28. Und a7TO/5atvetv drückt den Ausgang, Erfolg oder das Ergehniss
aus, wie Polit. II 9, 1271 b 15 a-oßzßrjxi vs rouvavrtov ra) vopoSsTy tot}
crv[A(pepovTog, womit 1271 a 31 &<rrs <7'jp.(3atv£iv Touvavrtov t& vopLoSery r
xpocapiazoig zu vergleichen. Vgl. Pihet. II 13, 1390 a 5, und I 4, 1360 a 5. Nie.
Eth. III 5, 1112 b 9.
*0 Ich brauche kaum zu sagen, dass ich obige Deutung, die mir die richtige scheint,
mit geringen Mitteln möglich mache. Vor Ni6ßr}V nämlich ist yj einzuschieben,
und dahinter vielleicht oXvjv, das aber, so leicht es übersehen werden konnte, auch
aus dem Vorigen ergänzt werden mag so wie bei xai fir, wctjtep Acff^uXo^ aus