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V a h 1 e n
dass der Eine eines jeden besonderen Vorzug iiberbiete (sxaffrou toO
(dien dyccSoO a.£ioOgi röv fva üxepßd.DMv'). Auch diese Äusserung
bat ihre ganze Schärfe nur dann, wenn sie so verstanden wird, dass
man von der (einzelnen) Tragödie des modernen Dichters verlangt,
sie solle alle Vorzüge in sich vereinigen, die in den älteren Tragödien
nur je einzeln und gesondert zum Vorschein kommen ().
'Von Rechtswegen aber darf man sogar eine verschiedene
Tragödie auch für die nämliche ansehen und so benennen 2 ), auch
wenn sie im Stoff durchaus nicht zu einander stimmen, in
dem Falle nämlich, wenn sie dieselbe Schürzung und Lösung haben.’
Wird hiermit, wie es scheint, eine beliebte Abschätzung der
Tragödien nach dem Stoff als untergeordnet abgewiesen, so enthält
diese Äusserung zugleich den Gedanken, auf welchen die Bemerkung
über eine möglichst allseitige Befriedigung der Ansprüche an eine
Tragödie vorbereiten sollte. Aristoteles kommt es darauf an, das
Gewicht bemerkbar zu machen, das für die Beurtheilung von
Tragödien auf deren Schürzung und Lösung falle, und dies erreicht
er, indem er von der allgemeinen Forderung ausgehend, die Tragödie
müsse wo möglich alles haben, was ihre Kunst erfordert, dieser die
Schürzung und Lösung als ein einzelnes aus den übrigen heraustretendes
Moment entgegenstellt. Wer erinnert sich dabei nicht des
im sechsten Kapitel mit vielen Gründen dargelegten Nachweises, wie
sehr die Composition der Handlung (/zö^os) alle übrigen Theile
aiävoia und \s£tj überwiegt?
*) Concreter genommen, sagt Aristoteles: weil es Tragiker gegeben hat, deren
Dramen den [J.v$og 9 andere, deren Tragödien das tfSog, noch andere, die in ihren
Stücken die ötavota oder die ig vorzüglich behandelten, so fordert man jetzt
von dem einzelnen Dichter, dass er zu gleicher Zeit (so zu sagen) ein vorzüglicher
y.v3iy.6g, r^ixog, foavoYjrixo's und XexTixog sei, natürlich nicht so, dass
derselbe in einer Tragödie seine Stärke im Mythos, in einer anderen im Ethos
u. s. w. zeigen soll, sondern so, dass er überhaupt in allen seinen Dramen oder in
jedem einzelnen jene Vorzüge vereinigen solle.
c ) Mit diesem Gedanken vergleiche man auf anderem Gebiete die ähnlichen: Psych.
416 a o el xpv op'yava Xe'^stv evepoe. xai raura zoig ep^oig oder nach der
Fassung der ersten Recension rö de avzo del \i*jeiv opyccvov wv av J rö avzd
spyov. Polit. III 3, 1276 a 18 sqq. ttojS nore xp$ ^e^eiv r^v tcoIlv eivou r>7V
clvtyjv vj p.Yj tyj'j avr^v <xk\ 5 irspav und den ganzen dortigen Zusammenhang,
ans dem sich die Anwendung, die derselbe auf die hiesige Stelle zulässt, leicht
ergibt.