Beiträge zu Aristoteles Poetik.
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in Schürzung und Lösung und der Aufstellung der Arten der Tragödie
ist also ein festes inneres Band, obwohl äusserlich der Zusammenhang
durch nichts angedeutet ist.
Doch wir haben die Gedankenreihe des Aristoteles bis zu der
Vorschrift, der dies alles dienen soll, noch nicht durchmessen. Man
muss nun zwar versuchen, fährt Aristoteles fort, möglichst alles zu
haben, was zu einer kunstgerechten Tragödie erfordert wird, oder da
dies nach menschlichen Kräften eine kaum erfüllbare Forderung ist,
doch wenigstens das wichtigste und meiste: änmrct. ist, wie ich
glaube, in dem angegebenen Sinne zu fassen, nicht zurückzubeziehen
auf die vorher genannten sior, der Tragödie; denn dazu wollen sich
rä [kiyiarcx. y.ai xIsTgtcc, die Gegensätze von ana-vra, nicht fügen:
auch ist leicht einzusehen, dass eine Tragödie nicht alle Arten zugleich
in sich ausprägen kann. Denn einfache und verflochtene,
sowie ethische und pathetische Art schliessen einander aus, und
eine Verbindung ist nur so denkbar, dass die einfache und die verflochtene,
jede für sich entweder ethisch oder pathetisch sein kann.
Nun aber meint Aristoteles nicht, wie der ganze Zusammenhang noch
deutlicher machen wird, dass etwa der einzelne Dichter in verschiedenen
Tragödien die Arten alle anzuwenden suchen solle , was
ja eine so schwer erfüllbare Forderung nicht wäre. Wer für die
letztere Deutung Kap. 24, 14S9 b 13 f. geltend machen wollte,
würde übersehen, dass dort of? äreaaiv xrA. nicht bloss auf die
Arten sich bezieht, die Homer allerdings alle vier in seinen zwei
Gedichten angewendet hat, sondern noch auf andere Theile
der epischen Dichtung, wie oidvoia und sich wenigstens mit
bezieht.
Warum nun der Tragiker möglichst alles oder doch das wichtigste
und meiste, dessen die Tragödie bedarf, in sieh vereinigen
solle, dafür macht Aristoteles mehr beiläufig noch einen äussern
Grund geltend, der uns einen interessanten und schätzbaren Einblick
in die Theaterkritik jener Zeit eröffnet und zugleich einen neuen
Beleg gibt für Aristoteles Milde im Urtheil, der doch die theoretischen
Anforderungen tiefer als irgend einer in jener Zeit erfasst, aber auch
die Schwierigkeiten begriffen hatte, sie alle zu erfüllen. Man muss,
sagt er, womöglich alle Ansprüche zu befriedigen suchen, zumal
wie man heutzutage die Dichter chikaniert: da nämlich es für jeden
Theil einer Tragödie ausgezeichnete Dichter gibt, so verlangt man,