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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Beiträge  zu  Aristoteles  Poetik.

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in  Schürzung  und  Lösung  und  der  Aufstellung  der  Arten  der  Tragödie
ist  also  ein  festes  inneres  Band,  obwohl  äusserlich  der  Zusammenhang ­
  durch  nichts  angedeutet  ist.
Doch  wir  haben  die  Gedankenreihe  des  Aristoteles  bis  zu  der
Vorschrift,  der  dies  alles  dienen  soll,  noch  nicht  durchmessen.  Man
muss  nun  zwar  versuchen,  fährt  Aristoteles  fort,  möglichst  alles  zu
haben,  was  zu  einer  kunstgerechten  Tragödie  erfordert  wird,  oder  da
dies  nach  menschlichen  Kräften  eine  kaum  erfüllbare  Forderung  ist,
doch  wenigstens  das  wichtigste  und  meiste:  änmrct.  ist,  wie  ich
glaube,  in  dem  angegebenen  Sinne  zu  fassen,  nicht  zurückzubeziehen
auf  die  vorher  genannten  sior,  der  Tragödie;  denn  dazu  wollen  sich
rä  [kiyiarcx.  y.ai  xIsTgtcc,  die  Gegensätze  von  ana-vra,  nicht  fügen:
auch  ist  leicht  einzusehen,  dass  eine  Tragödie  nicht  alle  Arten  zugleich ­
  in  sich  ausprägen  kann.  Denn  einfache  und  verflochtene,
sowie  ethische  und  pathetische  Art  schliessen  einander  aus,  und
eine  Verbindung  ist  nur  so  denkbar,  dass  die  einfache  und  die  verflochtene, ­
  jede  für  sich  entweder  ethisch  oder  pathetisch  sein  kann.
Nun  aber  meint  Aristoteles  nicht,  wie  der  ganze  Zusammenhang  noch
deutlicher  machen  wird,  dass  etwa  der  einzelne  Dichter  in  verschiedenen ­
  Tragödien  die  Arten  alle  anzuwenden  suchen  solle  ,  was
ja  eine  so  schwer  erfüllbare  Forderung  nicht  wäre.  Wer  für  die
letztere  Deutung  Kap.  24,  14S9  b  13  f.  geltend  machen  wollte,
würde  übersehen,  dass  dort  of?  äreaaiv  xrA.  nicht  bloss  auf  die
Arten  sich  bezieht,  die  Homer  allerdings  alle  vier  in  seinen  zwei
Gedichten  angewendet  hat,  sondern  noch  auf  andere  Theile
der  epischen  Dichtung,  wie  oidvoia  und  sich  wenigstens  mit
bezieht.
Warum  nun  der  Tragiker  möglichst  alles  oder  doch  das  wichtigste ­
  und  meiste,  dessen  die  Tragödie  bedarf,  in  sieh  vereinigen
solle,  dafür  macht  Aristoteles  mehr  beiläufig  noch  einen  äussern
Grund  geltend,  der  uns  einen  interessanten  und  schätzbaren  Einblick
in  die  Theaterkritik  jener  Zeit  eröffnet  und  zugleich  einen  neuen
Beleg  gibt  für  Aristoteles  Milde  im  Urtheil,  der  doch  die  theoretischen
Anforderungen  tiefer  als  irgend  einer  in  jener  Zeit  erfasst,  aber  auch
die  Schwierigkeiten  begriffen  hatte,  sie  alle  zu  erfüllen.  Man  muss,
sagt  er,  womöglich  alle  Ansprüche  zu  befriedigen  suchen,  zumal
wie  man  heutzutage  die  Dichter  chikaniert:  da  nämlich  es  für  jeden
Theil  einer  Tragödie  ausgezeichnete  Dichter  gibt,  so  verlangt  man,
            
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