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P f e i f f e r
an unserer Stelle, indem hier nicht nur die Präposition fehlt, sondern
auch das Adj. fröno, dominicus, das bekanntlich stets unflectiert
gebraucht wird, keinen Anhalt gewährt. Dennoch glaube ich, dass
fridu hier dem Sinne nach nur der Dativ sein kann, und zwar, wenn
nicht etwa wegen der Zeilentrennung die Präposition in ausgefallen
ist, ein absoluter Dativ, also fridu fröno: pace dominica. Vgl. das
angelsächsische Gedicht vom Phönix 396: pce.r lifgad d leöhte
verede svä se fugel Fenix in freodu dryhtnes vlitige in vuldre
(s. Grein, Bibliothek der ags. Poesie 1, 231).
munt] im Ahd. gibt es zwei Feminina munt; das eine, in der Bedeutung
von palma, cubitus, manus, ist häufig belegt (vgl. Graff 2,
813), das andere in der Bedeutung von munimen, protectio, tutela,
Schutz, kommt in den ahd. Quellen nur bei Otfried vor (vgl. Graff 2,
813). Um so zahlreicher, aber latinisiert, mundium, in Urkunden und
Rechtsdenkmälern. Vermuthlich sind sie (vgl. Grimm, Rechtsalterthümer
447), da beider Begriffe sich berühren, ursprünglich identisch.
Dass das Wort an unserer Stelle in letzterm Sinne und zwar im
Accusativ steht (der Dativ würde munti lauten), ist deutlich. So auch
im ältern Mild., w r o es indess als Masc. erscheint: wd ich iu erwette
den rehten munt, den geteerten munt, den gewaltigen munt:
schwäb. Verlöbniss (Wackernagel's Altd. Lesebuch. 4. Aufl. 187,
26). durch dine minne so Idz ich dich waren hinnen dne
dine sunde: nu war in gotes munde: Leben Jesu der Frau Ava
(Diemer, Deutsche Gedichte 243, 2—4. = Hoffmanns Fundgruben
1, 160, 34).
gisunt] sanus, incolumis, tutus, prosper (vgl. Graff 6, 239.)
heim] adv. Accusativ, domum, nach Hause, an den rechten Ort.
zi comonne] = zi comenne. Diese Form ist insofern bemerkenswerth,
als sie eines der wenigen Beispiele ist, wo der Vocal der
Stammsilbe auf den nächstfolgenden Einfluss übt und Assimilation
bewirkt, vgl. oponontic — obanentic (dies öfter, s. Graff 1, 80),
Podolunc (s. Weinhold, Alem. Gramm. S. 12.)
Der Sinn von nu fliuc du bis zi comonne ist demnach: nun flieg
du, mein Thier, hierher, um im (unter dem) Frieden des Herrn unverletzt
nach Hause in den Schutz Gottes zu kommen. Indessen bedarf
es zum richtigen Verständniss dieser Stelle einer näheren
Erklärung, fridu fröno ist nämlich nicht der „heilige Friede“, der
bei der Geburt Christi der Welt verkündet w r ard und manchmal in den