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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Beiträge  zu  Aristoteles  Poetik.

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Skylla  ist  es  wahrscheinlich)  den  Euripides  treffen.  Die  Umwandlung
im  Charakter  der  Aulischen  Iphigenie  wird  von  modernen  Kritikern
anders  beurtheilt.  Den  hier  nicht  erwähnten  Umschlag  in  der  Haltung
des  Sophokleischen  Neoptolemos  rechtfertigt  Aristoteles  selbst  in  der
Nicomachischen  Ethik  YII  10,  1151  b  18.  Vermisst  wird  ein  Beispiel
für  den  Fehler  gegen  die  Ähnlichkeit  und  Naturwahrheit  der  Charakteristik, ­
  und  es  ist  wahrscheinlicher,  zumal  bei  der  sonstigen  Beschaffenheit ­
  dieser  Textüberlieferung,  dass  vor  roö  di  dvcop.aXou  ein  mit  roO  di
«vopoiou  eingeführtes  Beispiel  dieses  Fehlers  verloren  gegangen,
als  dass  Aristoteles  keines  in  Bereitschaft  gehabt  oder  nicht  habe
an  führen  wollen.
Einen  neuen  Gesichtspunct  eröffnet  das  Folgende,  das,  anders
als  die  bisherigen  Bestimmungen,  die  Charaktere  in  Bezug  setzt  zu
der  Entwickelung  der  Handlung:  wie  diese  steht  die  Durchführung
der  Charaktere  unter  dem  Gesetz  der  Wahrscheinlichkeit  und  Nothwendigkeit.
  Die  Forderung  trifft  beide  gleicherweise,  wie  wgtzzp
(d.  h.  ebensogut  wie)  und  die  von  abhängig  gemachte  völlig
parallele  Schlussfolgerung  für  beide  deutlich  macht.  Die  Forderung
des  eixog  und  dva-yxatov  nach  beiden  Seiten  tritt  übrigens  nicht  hier
zum  ersten  Mal  auf,  sondern  ward  für  die  Personen  Kap.  9,  für  die
Handlungen  Kap.  7  und  sonst  geltend  gemacht.  Als  Schlussfolgerung
aus  der  beiderseitigen  Anwendung  des  Gesetzes  erscheint  daher  auch
das  Folgende,  dass  auch  die  Lösung  des  Mythos  aus  ihm  selbst,
nicht  durch  einen  von  aussen,  unmotiviert  herzutretenden  deus  ex
machina  erfolgen  müsse  und  überhaupt  in  der  Verknüpfung  der
Handlung  kein  irrationales  (äXo-yov)  Vorkommen  solle.  Diese  Bemerkung ­
  hat  Anstoss  gegeben:  man  fand  sie  hier  mitten  in  der  Lehre
von  den  Charakteren  unangemessen,  dagegen  dort  am  Platz,  wo  die
Schürzung  und  Lösung  der  Tragödie  zuerst  erwähnt  und  recht
eigentlich  abgehandelt  werde.  In  der  Meinung  also,  dass  die  hier
ungehörige  Abwehr  jener  unkünstlerischen  Art  der  Lösung  dort
nicht  fehlen  könne,  hat  Hermann  den  Ausschnitt  <pa.vepöv  ovv  —  tü>
SowoxXsouff  von  hier  weg  in  das  achtzehnte  Kapitel  hinter  nollöi  di
sv  Ivougi.  xeaä>£'  da  di  äpyoj  äd  xpccrslG^au  (1456  a  10)
eingeschaltet.  Abgesehen  davon,  dass  man  sich  durch  diese  Umsetzung ­
  gedrängt  sah,  die  Bemerkung  über  das  ako’jov,  die  in  dem
dortigen  Zusammenhang  keinen  Anlass  hat,  mit  hinüberzunehmen,
wird  man,  auch  wenn  alles,  was  dort  nicht  unmittelbar  hintereinander
            
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