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ist es nicht für ein Weib. Der Dichter aber hat beides, das ypnarov
und das dp/xoTzov bei der Charakterzeichnung auszuprägen.
Das Dritte ist die Ähnlichkeit d. i. Naturwahrheit der Charakterzeichnung.
'Denn dies ist noch etwas anderes als den Charakter, wie
wir sagten, sittlich und angemessen darzustellen.’ Das Citat üaTtep
dpr/Ttxt bezieht sich nicht auf den Hauptsatz roöro ezspov, sondern
auf die Prädicate ypr/azov xai dppozzov, die eben vorher für das fi$og
gefordert waren: nicht anders als Kap. 13, 1453 a 13 dvdyxri dpa
zöv xa}cog lyovza pOSov änlovv stvat pällov $5 §utXoüv &omp ztvig
tpaaiv, die letzten Worte nicht auf den ganzen Satz, sondern lediglich
auf das Prädicat SitzXoöv sich beziehen, oder Kap. 10, 1452 a
15 fg ytvofisvvj?, üoKip üptazat, auvsyaOg xai ptäg. Daher die aus den
Worten äanep d privat gezogene Annahme einer Textliicke an dieser
oder einer früheren Stelle der Poetik unbegründet ist, zumal sich
schlechterdings nicht angeben lässt, was hätte hier noch gesagt sein
können, worauf ein &antp dpr,Tca passte, oder an welcher Stelle der
Poetik früher ein hierher gehöriger Gedanke gestanden haben solle.
Das Vierte ist die Gleichmässigkeit oder Consequenz in der
Durchführung des Charakters: eine Forderung, die dadurch in’s Licht
gestellt wird, dass, selbst wenn ein im Leben Wankelmüthiger und
Ungleichmässiger den Gegenstand der Darstellung abgibt und einen
solchen Charakter dem Dichter als Vorwurf unterlegt, dieser dennoch
in seiner Ungleichmässigkeit gleiehmässig durchgeführt werden muss.
Der knappen Aufzählung der Forderungen fügt Aristoteles Beispiele
der entgegenstehenden Fehler aus bekannten Tragödien an, die man
nicht aus Gründen, sondern um vorgefasste Meinungen mit Gewalt
durchzusetzen, dem Aristoteles, dessen Weise sie so vollkommen entsprechen,
aberkannt hat: ein unmotiviertes Exempel der Charakterschlechtigkeit
gibt der Menelaos in Euripides Orestes, der Kap. 25,
1461 b 21 noch einmal als Beleg für denselben Fehler dient, und was
er dort durch [xrj dvdyxr,g otjarjg p-noiv ausdrückt, bezeichnet er hier
kürzer durch pf avayxatov, das ebenso richtig an Tzapaoetyy.a sich
anschloss als ein pfi dvayxaiag an izovnpiag: derFehler wiegt aber um
so schwerer, je weniger er durch die Anlage der Tragödie bedingt war.
Denn Aristoteles, streng in der Theorie und milde imürtheil über Dichtungen,
weiss solchen Bedingungen immer Rechnung zu tragen. Es
folgen noch Belege für Verstösse gegen die Angemessenheit und Consequenz
der Charakterzeichnung, die gleichfalls (denn auch von der