Beiträge zu Aristoteles Poetik.
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je nachdem dieselbe unerwartet herbeigeführt wird, oder der sich
zu erkennen Gebende jene Zeichen behufs seiner Identifieierung
geltend macht. Alle Arten der Erkennung, in denen das letztere der
Fall ist, gleichgültig, ob es Wahrzeichen sind oder anderes, das man
der Bewährung halber anführt, sind, weil mit dem Gange der Handlung
unverflochten, unkünstlerisch. Dies trifft bei der zweiten Art
zu, die auf Beweisgründen beruht, die der Dichter aus freier
Erfindung, nicht nach der Nothwendigkeit der Situation, der sich
bekannt gebenden Person in den Mund legt: denn zwischen diesen
Versicherungen und jenen mit Augen zu sehenden Wahrzeichen ist
kein wesentlicher Unterschied. Eine dritte Art beruht darauf, dass
ein Unerkannter beim Anblick eines Bildes oder beim Anhören eines
Gesanges in Folge der dadurch angeregten Erinnerung seinem
Gefühle Ausdruck gibt, das wegen der Beziehung des Bildes, des
Gesanges zu einer bestimmten Person jenen verräth. Diese Erkennung
ist, weil unwillkürlich, besser und ist augenscheinlich verwandter
Natur mit der folgenden vierten Art, die auf einer Schlussfolgerung
beruht, wobei man natürlich nicht an die Figuren des
logischen Schlusses zu denken braucht. Die Beispiele sind nicht
ganz von gleicher Art, und das aus den Choephoren genommene
keine einfache Erkennung aus dem Schluss. Dagegen stellt die
unwillkürliche Äusserung des Orestes, durch welche Polyeidos seine
Erkennung herbeigeführt hatte, diese Art in Parallele zu der durch
den Empfindungsausdruck vermittelten. Denn eine unwillkürlich
durch die Umstände ausgepresste Thräne, oder eine gleichfalls
unwillkürlich durch die Umstände angestellte Selbstbetrachtung kann
für die Erkennung selbst keinen erheblichen Unterschied machen.
An die Erkennung aus dem Schluss reiht sich noch als Unterart
die aus Schluss und Fehlschluss zusammengesetzte Erkennung an.
Besser aber als alle bisher genannten Arten ist die Erkennung, welche
unmittelbar' aus dem Gang der Handlung und Situation als unerwartetes
und doch wohlbegründetes Resultat hervorgeht. Es ist die
(früher besprochene) mit Peripetie verbundene Erkennung, die aus
Umständen entspringt, die selbst in der Anlage der Situation nothwendig
gegeben waren, aber jenes Ergebniss nicht erwarten Hessen,
Hierzu bedarf es also der vom Dichter erfundenen Bewährungsmittel
und Wahrzeichen nicht, sondern die einmal in Gang gesetzte
Selbstbewegung des Mythos kommt ohne weiteres Eingreifen zum
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