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darum gewährt sie diesem die kräftigste Anregung zu lebensvoller
Veranschaulichung der Handlung.
Ist diese nun so angelegt, dass die furcht- und mitleiderregende
Wirkung rein aus ihr selbst entspringt, so ist dies des Dichters
eigenes Verdienst, der seine Aufgabe lediglich mit dichterischen
Mitteln gelöst hat. Soll aber die aus der Anlage der Handlung nur
tlieilweise und spärlich hervorgehende tragische Wirkung erst durch
die Bühnendarstellung ergänzt werden, so ist ein Mangel auf Seite
des Dichters, der seine eigene Kunst von einer anderen abhängig
macht: denn auf Effect berechnete Herrichtung des Bühnenapparates
und schauspielerische Ausrüstung liegt ausserhalb der riyyn des
Dichters und ist seihst von äusseren Mitteln (yoprjyict) *) abhängig.
Wer aber vollends den Bühnenapparat nicht zur Veranschaulichung
eines furcht- und mitleiderregenden Vorgangs, wie ihn die Tragödie
erheischt, sondern zur Darstellung von Wundererscheinungen (rspx-TtöÖ£f)
benutzt, hat mit der Tragödie nichts mehr gemein. Aristoteles
verwirft das reparüds? nicht schlechthin: ist es im Dienste der
spezifisch tragischen Wirkung, so hat es gleichen Werth mit dem
sonstigen Bühnenapparat: nur von jener Wirkung losgelöst und als
alleiniger Zweck der Darstellung gesetzt, ist es verwerflich, aber nicht
darum, weil solche Erscheinungen, z. B. die Wunderwelt des Hades
auf die Bühne gebracht, nicht Ergetzen bei den Zuschauern bewirken
können — ist doch die o<pig überhaupt ein —,
sondern weil dieses Ergetzen mit der Wirkung der Tragödie nichts
mehr zu thun hat, und man von ihr nicht jede beliebige, sondern
nur die ihrem Wesen entsprechende Lustempfindung erwarten und
durch sie erzeugen soll. Ihre spezifische Wirkung besteht aber in
jener Lustempfindung, die durch nachahmende Darstellung furchtund
mitleiderregender Vorgänge taus der Erregung dieser Affecte
entspringt. Damit nun diese ohne Bühnendarstellung lediglich durch
l) Aristoteles bedient sich dieses Tropus (wie auch des entsprechenden Xsiroup'/stv :
Polit. VII IG, 1335 h 28) in Ethik und Politik sehr häufig-, um die äussere Ausrüstung,
die Hüllsmittel zu bezeichnen, deren die 7raideta (Politik IV 11, 1295
a 28) oder die beste 7roXtreta (Pol. IV 1, 1288 b 40) oder die uperr) und das
xotk&c bedarf. Und so ist auch an unserer Stelle, obwohl von Theater und
Bühne die Rede ist, X°ß*?T a nur in übertragener Bedeutung von den äusseren
Mitteln im Gegensatz gegen die rs^vvj des Dichters zu verstehen.