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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Beiträge  zu  Aristoteles  Poetik.

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weil  er  zu  *tragisch  ist,  tadeln,  und  wird  jener  Composition,  der
Aristoteles  um  ihrer  reinen  tragischen  Wirkung  willen  den  ersten
Platz  angewiesen  hat,  die  andere  vorziehen,  die  durch  zwiefältige
Anlage  die  tragische  Wirkung  ausgleichend  dämpft.  Das  ist  die
avazuaig  (oder  der  durloüg  [xuSog),  der  man  der  Schwäche
des  Publicums  zu  Liehe,  welcher  sich  die  Dichter  anhequemen,  den
ersten  Rang  zuerkannt  hat,  Aristoteles  nur  den  zweiten  einräumt.
Sie  besteht  darin,  dass  den  Guten  Sieg  und  Glück,  den  Schlechten
Niederlage  und  Verderben  zu  Theil  wird,  wie  es  die  Odyssee  aufweist, ­
  in  welcher  Odysseus,  nach  Aristoteles  Ausdruck  (Kap.  17),
axizog  fxiv  iacljSr],  zovg  o’  sySpovg  diitpSzipzv.  Man  darf  sich  wundern, ­
  dass  yon  dieser  das  Beispiel  hergenommen  wird,  nicht  weil  das
Epos  einen  Beleg  für  eine  Frage  der  tragischen  Composition  hergibt,
was  auch  sonst  in  der  Poetik  der  Fall,  sondern  weil  man  glauben
möchte,  dass  dem  Aristoteles  viele  Beispiele  von  dieser  beliebten
Gattung  von  Tragödie  zu  Gebote  gestanden,  in  welcher  die  sogenannte ­
  tragische  Gerechtigkeit  den  Einen  und  den  Anderen  nach
Verdienst  vergilt.  Gehört  ja  auch  der  zur  Erläuterung  der  Peripetie
herangezogene  Lynkeus  des  Theodektes  zu  dieser  Gattung,  indem
der  brave  Lynkeus  Rettung  findet,  sein  Verfolger  Danaos  den  Tod
erleidet.  Es  erhellt  von  selbst,  in  wieviel  geringerem  Masse  diese
Composition  Furcht  und  Mitleid  des  Zuschauers  in  Bewegung  setzt:
denn  dem  einen  der  beiden  hier  verknüpften  Übergänge,  der  den
Bösen  aus  Glück  in  Unglück  hinabstürzt,  hat  Aristoteles  vorhin  nur
den  glimmenden  Funken  des  Mitleids,  das  fildzySpomov  zugestanden,
der  andere  Umschwung,  der  den  Guten  aus  Unglück  zu  Glück  bringt,
blieb  früher  unerwähnt,  und  wäre  als  untragisch  abgewiesen
worden.  Wie  wenig  jedes  von  beiden  auf  Mitleiderregung  Anspruch
hat,  dafür  genügt  die  Äusserung  in  der  Rhetorik  II  9,  1386  b  28
zovg  7iazpu7,oiag  xui  p.iui<p6vovg,  ozav  zvywGi  zip.ü>piag,  ovosig  uv
IvxriSeiv)  yjptiazog-  obX  yup  yulptuv  ini  zoXg  zoiovzoig,  üig  o  auzug
y.ui  irti  zoXg  su  npuzzovai  xar'  ulgiav  ccp.(po)  yup  oiy.aia,  xui  nouXyjx.'ipsiv
  zov  £7U£{x^.Und  was  das  Einzelne  nicht  vermag,  sollte  das  die  Verbindung ­
  beider  vermögen?  Und  wenig  ändert  es  an  der  Sache,  dass
die  in  dieser  Composition  verbundenen  ßilziovsg  und  yjipovsg  jene
nicht  sittlich  Reine,  diese  nicht  vollkommene  Bösewichter  zu  sein
brauchen,  sondern  die  Comparative  nur  den  gegenseitigen  Abstand
beider  von  einander  bezeichnen.  Diese  Compositionsform  nun  behagt
            
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