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stoteles, nach welchem er in Kap. 7—14 E. die Theorie des Mythos
als des ersten und wesentlichsten Theiles der Tragödie darlegt, und
ferner, dass er von Kap. 9 E. den Mythos von seiner tragischen Seite
in's Auge fasst und nach den zwei Rücksichten, den tragischen Momenten
(von Kap. 9 E.—11 E.), und der Composition der tragischen
Handlung (Kap. 13 und 14) untersucht, so ist unwidersprechlich,
dass jene mitten in die Betrachtung des Tragischen eingezwängte
Aufzählung der quantitativen Theile der Tragödie den Zusammenhang
auf das empfindlichste zerschneidet. Die Überzeugung, dass hier ein
fremdartiges Stück sich eingedrängt, wird um so fester sitzen, je
mehr es gelingt, in die planmässige Anlage der Poetik einzudringen.
Es erhellt aber leicht, dass die Bezeichnung der pipu roU den
Anlass gegeben, diesen einsmals frei stehenden Abschnitt vondenp.öpja
xazä to tzooöv der Tragödie an dieser Stelle einzuschalten. Ob und
wo sich für denselben ein geeigneterer Platz in der Poetik ausfindig
machen lasse, diese Frage ist von der anderen nicht zu trennen, oh
wir es mit einem echten Stück Aristotelischer Lehre zu thun haben:
diese aber nicht ohne eingehende Sacherklärung zu entscheiden, die
hier von meinem Wege ahliegt.
Nach Ausscheidung des Eindringlings schliesst sieh das dreizehnte
Kapitel an das unmittelbar vorher über die Elemente des
Tragischen Gesagte (rolg vüv sqcr/pivot?, das schlechterdings nicht
auf den Inhalt des 12. Kap. gehen kann) treffend an, und bezeichnet
in seinem Eingang die jetzt folgerichtig anzustellende Untersuchung,
wie man den tragischen Mythos zu componieren habe, damit die
Tragödie ihre Aufgabe (spyov) erfülle, d. h. die ihrem Wesen eigentümliche
Wirkung erziele. Diese Untersuchung schliesst zwei gesonderte
Erörterungen ein: da nämlich, nach dem früher Dargelegten,
die verflochtene, mit Peripetie und Erkennung ausgerüstete Tragödie
kunstvoller und wirksamer ist als die einfache, und da die Tragödie
überhaupt, die verflochtene wie die einfache, auf Furcht- und Mitleidcrregung
geht, so ist erstlich (n-poürov p.iv, dem innerhalb des
13. Kap. nichts entspricht) zu untersuchen, wie die tragische Handlung
an sich beschaffen sein müsse, um ihre Wirkung nicht zu
verfehlen, und zweitens, wie man die tragische Handlung durch
Anwendung der tragischen Momente wirksamer zu machen habe.
Das Letztere ist Gegenstand des vierzehnten Kapitels. Das Erstere
aber angehend, so ist. da eine tragische Handlung ohne einen