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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

Beiträge  zu  Aristoteles  Poetik.

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als  die  leidvolle,  Schmerz  oder  Verderben  bringende,  kurz  die  tragische ­
  That,  womit  die  letzte  der  Metaph.  1022  b  20  aufgestellten
Definitionen  des  ttäSog  übereinstimmt.  Diese  npäigig  oSwnpä  i?
ySapriy.Yj  ist  scharf  zu  sondern  von  der  rcpä^tg  oder  Handlung,  die
das  Sujet  der  Tragödie  ausmacht.  Das  xdSog  oder  die  leidvolle  That
ist  nicht  minder  als  Peripetie  und  Erkennung  nur  ein  einzelnes  Moment ­
  in  der  tragischen  Handlung  (oder  dem  Mythos),  die  dasselbe
ebenso  wohl  haben  als  entbehren  kann.  Lessing  war  in  dem  für  die
Beurtheilung  späterer  Erörterungen  nachtbeiligen  Irrthum,  und  hat
andere  nach  sich  gezogen,  dass  das  rzdSrog  das  der  Tragödie
schlechthin  nothwendige  Element  sei,  zu  dem  Peripetie  und  Erkennung
hinzutreten  oder  nicht.  In  diesem  Betracht  sind  alle  drei  Glieder  des
Mythos  einander  gleich,  dass  sie  demselben  als  einzelne  Momente  der
Handlung  einverleibt  werden  können:  darin  aber  treten  sie  gegen
einander,  dass  Peripetie  und  Erkennung  gemeinsam  durch  das  in  ihnen
liegende  überraschende  Moment  die  tragische  Wirkung  schärfen,
das  rtdSog  dagegen  als  solches  durch  die  Voraugenstellung  der  blutigen ­
  That  dieselben  tragischen  Affecte  in  Bewegung  setzt.  Dieser
Sonderung  steht  nicht  entgegen,  dass  in  dem  kunstvollst  gefügten
Drama  alle  drei  Momente  auf  einem  Punct  Anwendung  finden
können.  Ein  Unterschied  liegt  aber  auch  darin,  dass  Peripetie  und
Erkennung  den  Charakter  der  Composition  bedingen,  indem  sie
den  verflochtenen  Mythos  ergeben,  das  TzdSog  diesem  wie  dem
einfachen  Mythos  zusteht.  Über  diese  Dreigliedrigkeit  aber  ist
Aristoteles  nicht  binausgegangen,  wie  die  Thatsache  lehrt,  dass
auch  dem  Epos  (Kap.  24)  nur  diese  drei  Theile  des  Mythos  zuerkannt ­
  werden.
Hiermit  sind  die  Elemente  des  Tragischen  dargelegt,  und  so
konnte  nun  zu  der  Hauptfrage  geschritten  werden:  wie  muss  die  tragische ­
  Handlung  selbst  beschaffen  sein,  d.h.  da  sie  ohne  /j-sraßamg  nicht
denkbar  ist,  welcher  Übergang  der  Situation  ist  der  ihr  angemessene,
und  zweitens,  welchen  Gebrauch  hat  man  innerhalb  der  Handlung
von  jenen  tragischen  Momenten  zu  machen.  Diese  Fragen  erörtert
das  dreizehnte  und  vierzehnte  Kapitel,  die  den  Kern  der  Theorie  vom
tragischen  Mythos  ausmachen.
Zwischen  das  Ende  des  eilften  und  den  Anfang  des  dreizehnten
Kapitels  ist  noch  eine  Aufzählung  der  Theile  der  Tragödie,  diese  der
Länge  nach  genommen,  eingefügt.  Erwägt  man  den  Plan  des  Ari-Sitzb.
  d.  phil.-liist.  CI.  LH.  Bd.  I.  HCt.  7
            
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