Beiträge zu Aristoteles Poetik.
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als die leidvolle, Schmerz oder Verderben bringende, kurz die tragische
That, womit die letzte der Metaph. 1022 b 20 aufgestellten
Definitionen des ttäSog übereinstimmt. Diese npäigig oSwnpä i?
ySapriy.Yj ist scharf zu sondern von der rcpä^tg oder Handlung, die
das Sujet der Tragödie ausmacht. Das xdSog oder die leidvolle That
ist nicht minder als Peripetie und Erkennung nur ein einzelnes Moment
in der tragischen Handlung (oder dem Mythos), die dasselbe
ebenso wohl haben als entbehren kann. Lessing war in dem für die
Beurtheilung späterer Erörterungen nachtbeiligen Irrthum, und hat
andere nach sich gezogen, dass das rzdSrog das der Tragödie
schlechthin nothwendige Element sei, zu dem Peripetie und Erkennung
hinzutreten oder nicht. In diesem Betracht sind alle drei Glieder des
Mythos einander gleich, dass sie demselben als einzelne Momente der
Handlung einverleibt werden können: darin aber treten sie gegen
einander, dass Peripetie und Erkennung gemeinsam durch das in ihnen
liegende überraschende Moment die tragische Wirkung schärfen,
das rtdSog dagegen als solches durch die Voraugenstellung der blutigen
That dieselben tragischen Affecte in Bewegung setzt. Dieser
Sonderung steht nicht entgegen, dass in dem kunstvollst gefügten
Drama alle drei Momente auf einem Punct Anwendung finden
können. Ein Unterschied liegt aber auch darin, dass Peripetie und
Erkennung den Charakter der Composition bedingen, indem sie
den verflochtenen Mythos ergeben, das TzdSog diesem wie dem
einfachen Mythos zusteht. Über diese Dreigliedrigkeit aber ist
Aristoteles nicht binausgegangen, wie die Thatsache lehrt, dass
auch dem Epos (Kap. 24) nur diese drei Theile des Mythos zuerkannt
werden.
Hiermit sind die Elemente des Tragischen dargelegt, und so
konnte nun zu der Hauptfrage geschritten werden: wie muss die tragische
Handlung selbst beschaffen sein, d.h. da sie ohne /j-sraßamg nicht
denkbar ist, welcher Übergang der Situation ist der ihr angemessene,
und zweitens, welchen Gebrauch hat man innerhalb der Handlung
von jenen tragischen Momenten zu machen. Diese Fragen erörtert
das dreizehnte und vierzehnte Kapitel, die den Kern der Theorie vom
tragischen Mythos ausmachen.
Zwischen das Ende des eilften und den Anfang des dreizehnten
Kapitels ist noch eine Aufzählung der Theile der Tragödie, diese der
Länge nach genommen, eingefügt. Erwägt man den Plan des Ari-Sitzb.
d. phil.-liist. CI. LH. Bd. I. HCt. 7