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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 52. Band, (Jahrgang 1866)

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V  u  h  I  e  n

die  Erkennung,  die  zugleich  Peripetie  ist.  Auch  stellt  zu  dem  Satz,
dass  diese  Erkennung  Furcht  und  Mitleid  haben  (d.  h.  erregen)
wird,  der  andere,  dass  aus  solchen  Vorgängen  Glück  und  Unglück
erspriessen  wird,  der  Sache  nach  in  einem  begründenden  Verhältniss,
das  durch  in  Sk  nicht  passend  bezeichnet  erscheint.
Da  es  sich  nun  nach  dem  Gesagten  um  Erkennung  von  Personen
handelt,  so  ist  die  zwiefache  Möglichkeit  gegeben,  dass  nur  die  eine
der  beiden  einander  gegenüberstehenden  Personen  die  andere,  oder
aber,  wie  in  der  Iphigenie,  dass  jeder  der  beiden  den  andern  besonders ­
  erkennen  muss.
Mit  den  Worten  dvo  piv  ouv  toö  [xuSou  p-ipv  nspi  zavz’  iazi  xrX.
fasst  Aristoteles  die  bisher  auf  zwei  Glieder  des  Mythos  beschränkte
Untersuchung  zusammen,  um  ihnen  ein  drittes  Glied  anzufügen,  auf
das  die  bisherige  Erörterung  nicht  vorbereitet  batte.  Zwei  Theile  des
Mythos  haben  es  hiermit  zu  thun,  nepi  raOr’  iazi,  d.  h.  mit  dem,  was
überraschend  (napä  zr,v  oicc/.v)  eintritt  und  zugleich  durch  Enthüllung ­
  des  ursächlichen  Zusammenhangs  Erstaunen  erregt.  Denn
davon  war  Aristoteles  ausgegangen,  dass  furcht-  und  mitleiderregende ­
  Handlungen  dies  um  so  mehr  sein  werden,  wenn  sie  kapä.
zriv  Soliav  oi’  v.llrfka.  emtreten.  Dieses  beides  aber  haben  und  gewähren ­
  Peripetie  und  Erkennung,  in  deren  Definition  der  überraschende ­
  und  doch  in  den  Umständen  begründete  Umschlag  in  der
Stellung  der  Personen  und  der  Lage  der  Dinge  liegt.  Darauf  also
zurückweisend  sagt  Aristoteles,  zwei  Theile  des  Mythos,  Peripetie  und.
Anagnorisis,  haben  es  hiermit  zu  thun,  indem  er  zugleich  andeutet,
dass  das  dritte  nun  anzufügende  Glied  des  Mythos  an  dieser  Eigenheit ­
  jener  nicht  participiert.
Von  diesen  drei  Theilen  nun  sind  Peripetie  und  Erkennung  besprochen ­
  :  <)  den  dritten  aber,  das  TzdSos,  definiert  Aristoteles  jetzt,

*)  Ich  halte  die  ganze  Stelle,  in  der  rovrwv  8r,  statt  di  angemessener,  aber  vielleicht
nicht  einmal  nothwendig  ist,  im  übrigen  für  unversehrt,  und  kann  mich  am  wenigsten ­
  mit  SusemihPs  Athetese,  der  rourcov—etpvjrat  tilgt,  befreunden.  Vgl.  noch
Politik  III  14,  1285  a  29  düo  piv  ouv  eidy  raöra  /zovap/tac  •  erepov  d’  d~£p
rjv  xrX.  und  1.  c.  h  20.  29.  Phys.  239  h  29  ovvol  piv  ovv  oi  dvo  Ac r /ot,  rpirog
6*  o  xtA.  Auch  etpvjrat  =  'ist  besprochen’  ermangelt  nicht  der  Beispiele.  Nie.
Eth.  IV  17,  1127  a  18  sv  Byj  t£j  gv^yj'J  oi  piv  Tcpdg  ydov^v  xocl  Xutttjv  ojuXoöv-Z£g
  fetpvjvrat.  Herrn.  19  b  7.  Anal.  Pr.  46  a  10.  De  part.  anim.  672  a  12.
            
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