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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

Wolf,  Ein  Beitrag  zur  Rechts-Symbolik.

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SITZUNG  VOM  11.  OCTOBER  1865.
Ein  Beitrag  zur  Rechts-Symbolik
aus  spanischen  Quellen.
Von  dem  w.  M.  Dr.  Ferdinand  Wolf.
Jacob  Grimm  ist,  wie  in  so  vielen  Zweigen  des  Wissens,
auch  in  diesem  Zweige  der  Rechtswissenschaft  bahnbrechend,  mustergültig, ­
  epochemachend  geworden,  und  hat  in  seinen  „deutschen
Rechtsalterthümern“  gezeigt,  welch’  eine  reiche  Fundgrube  die
symbolischen  Rechtsformeln  und  RechtshrSuche  auch
für  Völkerpsychologie,  Culturgeschichte  und  selbst  für  die  Poesie  enthalten; ­
  ja  er  hat  treffend  diese  sinnbildliche  Darstellung  rechtlicher
Verhältnisse  und  Vollbringung  rechtlicher  Handlungen  „die  Poesie  im
Rechte“  und  „das  sinnliche  Element  der  Rechtsgeschichte“  genannt  •).
Unter  den  Schriftstellern  romanischer  Zunge  hat  Grimm,  meines
Wissens,  bisher  nur  einen  namhaften  Nachfolger  gefunden,  nämlich
Mich  eiet,  der  aber  in  seinen:  „Origines  du  droit  frangais  clierchees
  dans  les  symboles  et  formules  du  droit  universel“  (Paris,
1837,  8°.)  grossentheils  nur  aus  Grimm  geschöpft  und  verhältnissmässig
  wenige  Zusätze  aus  den  französischen  Rechtsquellen  gemacht ­
  hat 2 ).

Vgl.  auch  dessen  treffliche  Abhandlung:  „Von  der  Poesie  im  Recht“,  in  der:
„Zeitschrift  für  geschichtliche  Rechtswissenschaft,“  hgg.  von  Savigny,  Eichhorn ­
  und  Göschen.  Berlin,  1816;  8°.  Bd.  11,  S.  25  —  99,  besonders  von
S.  74  an.;  —  und  Arnold,  Cultur-  und  Rechtsleben.  Berlin,  1865,  8.  S.  291  ff.
2 )  Uhland  hat  darüber  ganz  richtig  bemerkt:  „Als  ich  mir  M  i  c  h  el  et’s  Werk  anschaffte ­
  und  mit  grosser  Begierde  zu  lesen  anfing,  da  fand  ich,  dass  er  es  ohne
Grimm  gar  nicht  hätte  schreiben  können“  (Ludwig  Uhland.  Eine  Gabe  für
Freunde.“  Stuttgart,  1865;  8°.  S.  465).
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