Über eine ital. metr. Darstellung’ der Crescentiasage.
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freundlich aufnimmt. Sie bringt Segen dem Lande, unterstützt die
Armen und der Ruf ihrer Weisheit und Wohlthätigkeit verbreitet
sich. Von allenthalben kommen zu ihr Bedrängte, um Hilfe und Trost
zu suchen. Der Kadi war indessen von Mekka zurückgekehrt, hatte
von der Untreue seiner Gattinn Kunde erhalten und aus Verzweiflung
darüber allen Freuden der Welt entsagt. Er wandert von Ort zu Ort,
die heiligen Stätten und Menschen zu besuchen. Er war eben im
Begriffe, sich zur vielgepriesenen Frau zu begeben, als er unterwegs
einem Derwisch begegnet, der ebenfalls dorthin gehen wollte, um
seine Sünden zu beichten und die Fürbitte der Frau beim Himmel
zu erflehen. Es war sein Bruder. Sie erkennen sich aber nicht und
setzen zusammen die Reise fort. Es gesellen sich ihnen nach und
nach der Kameeltreiber, der Jüngling und der Schiffsmann, die alle
gleichen Weg und Zweck verfolgten. Vor dem gesammelten Volke
findet die gemeinschaftliche Erkennung statt.
Nur wenig verschieden, aber in Einzelnem den oceidentalischen
Versionen noch mehr verwandt, ist die Geschichte Repsima's im
2t 8—226 ten Tage von Tausend und ein Tag (XVII. Jahrh.) i).
Diikin, ein Kaufmann zu Basra, hinterlässt eine einzige Tochter,
Namens Repsima. Sie hatte Keuschheit geloht 2 ); doch gibt sie dem
Drängen ihrer Verwandten nach und heiratet den Kaufmann Temim.
Ein Jahr nach der Hochzeit reist Temim nach den indischen Küsten,
nachdem er vorher seine Frau seinem Bruder Revende' anempfohlen
hatte. Dieser versucht, der Schwägerinn Liebe einzuflössen; verschmäht,
lässt er einen Menschen in das Schlafgemach der Frau
schleichen 3 ). Dann dringt er mit bestochenen Zeugen ein und klagt
sie des Ehebruches an. Sie wird verurtheilt, neben der Heerstrasse bis
an die Brust lebendig begraben zu werden. Ein arabischer Räuber,
der vorüber reitet, befreit sie, nimmt sie mit in sein Haus und übergibt
ihr seinen kleinen Sohn zur Pflege. Kalid, ein schwarzer Sclave,
tödtet das Kind. Der Räuber will, um die Gastfreundschaft nicht zu
verletzen, die vermeintliche Mörderinn nicht tödten, und heisst sie,
sein Haus meiden. Zugleich bändigt er ihr 100 Zechinen ein. Sie
*) Übersetzung- von F. H. v. <1. Hagen, Prenzlau 1836, IV, 193—232. Bäckstrom
führt auch einen schwedischen Druck dieser einzelnen Erzählung: Den sköna Repsimas
besynnerliga Iländelser. llernösand 1802.
2 ) Wie Florence in V c .
3 ) Wie in der Königinn Sybille, Oliva, Octavianus u. s. \v.