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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

Über  «ine  itaf.  metr.  Darstellung  der  Crescentiasage.

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ein  Sturm;  das  Schiff  zerschellt  und  Florence  gelangt  schwimmend
an  ein  Ufer.  In  der  Abtei  zu  Beaurepaire  heilt  sie  durch  Gottes
Gnade  mittels  ihres  Steines  die  schwersten  Krankheiten.  Es  kommen
dort  zusammen,  Hilfe  zu  suchen:  Esmere,  der  im  Kriege  mit
dem  Könige  von  Apulien  verwundet  worden  war;  Miles  (von  Thierry
begleitet),  Macaire,  der  Dieb  und  der  Schiffer,  die  letzteren  vier  mit
ekelhaftem  Gebresten  behaftet.  Alle  müssen  ihre  Sünden  bekennen
und  werden  gesund;  Florence  aber  heiratet  Esmere.
V c  verschweigt  manche  Namen  (so  von  den  in  meiner  Analyse
erwähnten,  die  von  Garsir,  Samson,  Agravain,  Beatrix)  und  weicht
an  manchen  Stellen  ab.  Das  Bestreben,  der  Erzählung  eine  ascetische
Färbung  zu  geben,  ist  hie  und  da  deutlich  zu  erkennen.  So  hatte
Florence  Keuschheit  gelobt,  und  nur  weil  sie  sieb  trotzdem  zur
Heirat  entschlossen  hatte,  musste  sie  so  viele  Drangsale  erdulden.
Im  Walde  thut  sie  das  Gelübde,  dass,  wenn  sie  Gott  von  den
Händen  Miles’  befreien  würde,  sie  sieben  Jahre  lang  mit  keinem
Manne  Umgang  pflegen  würde.  Und  erst  als  die  sieben  Jahre  um
waren,  findet  das  Zusammentreffen  der  Kranken  statt.  Als  Florence
des  Mordes  des  Mädchens  beschuldigt,  im  Kerker  schmachtet,  kündigt ­
  ihr  eine  Stimme  die  nahe  Befreiung  an.  Ein  Engel  ermahnt
Thierry,  sie  nicht  zu  tödten.  —  Weit  besser  als  in  a)  beisst  es  hier,
dass  gleich  nachdem  Esmere’s  Rückkehr  gemeldet  wurde,  Miles  die
Schwägerin  auffordert,  mit  ihm  dem  Ankommenden  entgegenzureiten;
er  weiss  sie  dann  von  ihrem  Gefolge  zu  trennen  und  in  den  Wald
zu  locken.  Erst  später  erfährt  Esmere  vom  Papste  die  Schandthaten
seines  Bruders.  Die  angreifenden  Thiere  sind  zuerst  eine  Schlange,
dann  vier  Bären.  —  Der  Zauberstein  wird  nicht  erwähnt;  es  heisst
bloss:  Corrompre  le  cuida,  mais  Dien,  Va  defendue.  Eben  so  heilt
sie  die  Kranken  nur  durch  Gottes  Gnade.
Wie  man  sieht,  unterscheidet  sich  diese  Version  wesentlich
von  den  bisher  erörterten  und  zwar  zunächst  durch  die  weit  ausgesponnene ­
  Vorgeschichte.  Erst  mit  der  Abreise  Esmere’s  fängt  sie
an,  mit  den  anderen  zusammenzugehen.  Die  zwei  Beschützer  der
Frau  kommen  sonst  nirgends  vor;  eben  so  bildet  die  Intervention
des  Papstes,  welcher  den  Treulosen  einsperren  lässt,  einen  neuen
Zug.  Von  dem  Augenblicke,  wo  Miles  die  arglose  Florence  in  den
Wald  lockt,  stimmt  V  so  ziemlich  mit  IV  überein.  Der  Kranken  sind
hier  fünf:  die  vier  nämlich,  welche  in  IV  Vorkommen;  dann  aber
            
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