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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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M  u  s  s  a  f  i  a

er  sie  mit  unziemlichen  Reden  beschimpft  und  mit  seinem  Schwerte
schlägt;  als  die  Nacht  einbricht,  will  er  ausruhen  und  seine
Begierde  stillen.  Da  greift  ihn  ein  Löwe  an;  es  gelingt  zwar
Miles,  ihn  zu  tödten,  bald  aber  springen  zwei  Alfen  über  seinen
Kopf  und  treiben  allerlei  Spuk,  so  dass  er  erschreckt  eine  andere
Stätte  sucht.  Sie  kommen  zu  einem  Einsiedler,  dem  Florence  ihr
Leid  klagt;  als  der  fromme  Mann  Miles  über  seine  Gewaltthat  zur
Rede  stellt,  zündet  dieser  die  Hütte  an,  so  dass  der  Einsiedler  darin
bei  lebendigem  Leibe  verbrennt.  Bei  Tagesanbruch  erneuert  Miles
seine  Angriffe:  ein  wundertätiger  Stein,  den  Florence  besass,
beraubt  ihn  aber  seiner  männlichen  Kraft  i).  Da  bindet  er  sie  an
einen  Baum  und  lässt  sie  dort  im  Walde.  Thierry,  ein  Ritter,  befreit
sie,  führt  sie  in  sein  Haus  und  vertraut  ihr  seine  Tochter  Beatrix  an,
Macaire,  ein  Senescliall  Thierry's,  verliebt  sich  in  Florence;  tödtet
dann  aus  Rache  Beatrix.  Florence  wird  verstossen,  befreit  einen
Dieb  2 ),  der  gehängt  werden  sollte  und  gedenkt  nach  dem  heiligen
Lande  zu  pilgern.  Ihr  neuer  Knecht,  im  Einverständnisse  mit  dem
Wirthe  Florence’s,  verkauft  sie  an  einen  Schiffsmann  s ),  der  die
Betrüger  um  den  bedungenen  Preis  prellt  und  dann  mit  seiner  neuen
Sclavinn  fortsegelt.  Auf  hoher  See  will  er  sie  entehren,  da  erhebt  sich

Ayora  oyd  como  fizo  la  piedra  sic  virtud  por  la  miscricordia  de  Dios:  que  do  Miles
cuydo  fazer  della  su  voluntad,  pcrdio  todo  el  podcr  del  cucrpo  et  de  los  mienbros  es
sentiose  asy  tollido  eil  el  campo.  Da  schilt  er  die  Frau:  Puta,  como  sodes  encanfador
  ?  carantulas  me  avedes  fechas  ...  —  Traydor,  diz  Florencia,  dizes  muy  graut
mentira;  mas  la  virtud  de  Dios  me  guardo  de  ty.  Auf  diesen  Stein  spielt  auch  der
Roman  de  la  Violette  an:
A  son  col  011t  mise  une  aficc  .  .  .
Che  fu  la  ro'ine  Flourenche,
Qui  empereres  fu  de  Romme;
Qui  V  a  au  col,  chou  cst  la  somme,
Ja  par  komme  n’ert  vergondee.
Ed.  Michel,  S.  43.
Da  nun  im  Dit  sich  nichts  dergleichen  findet,  so  haben  wir  hier  einen  neuen
Beweis  für  das  Vorhandensein  von  anderen  französischen  Darstellungen  über
Florence.
2 )  V*  Clarenbaut,  V b  Clarebalde,  V c  Arclieinbaut.
3 )  V a  Escot,  V c  Cadot.
            
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