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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

Über  eine  ital.  metr.  Darstellung  der  Crescentiasage.

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religiösen  und  didaktischen  Inhaltes  beliebt  war.  Ob  sie  vom  grösseren ­
  Gedichte  abhängig  oder  mit  ihm  parallel  aus  gemeinschaftlicher
Quelle  geflossen  zei,  scheint  mir  mit  Sicherheit  nicht  bestimmt  werden
zu  können  <).
Otes,  Kaiser  von  Rom,  bat  eine  Tochter,  Namens  Florence,
durch  Schönheit  und  Tugend  gleich  ausgezeichnet.  Der  alte  Garsir,
Kaiser  von  Constantinopel,  wirbt  um  ihre  Hand.  Abgewiesen,  belagert
er  Rom.  Auf  Seite  Otes’  stehen  Miles  und  Esmere,  zwei  Söhne  des
verstorbenen  Königs  von  Ungarn.  Otes  verspricht  die  Hand  seiner
Tochter  dem  Tapfreren;  Florence  aber  fühlt  Neigung  zu  Esmere.
In  einem  Treffen  wird  Otes  getödtet,  Esmere'  gefangen.  Florence
steht  nun  verlassen  da;  von  den  Ihrigen  gedrängt,  willigt  sie  ein,
Miles  zu  heiraten.  Indessen  schenkt  Garsir  dem  Esmere  die  Freiheit
wieder;  dieser  kehrt  nach  Rom  zurück  und  erhält  die  Hand  Florence's.
Die  Feindseligkeiten  beginnen  wieder,  Garsir  wird  in  die  Flucht
geschlagen  und  schifft  sich  ein;  Esmere  ihm  nach.  Nun  beredet  Miles
mehre  Ritter,  ihn  als  ihren  Herrn  anzuerkennen.  Samson  undAgravain
widersetzen  sich;  Miles  aber  tödtet  den  ersten  und  lässt  dessen
Leiche  nach  Rom  führen,  indem  er  vorgibt,  es  sei  die  von  Esmere.
Agravain  zeigt  die  Tliat  dem  Papste  an,  welcher  um  Florence  vor
den  Nachstellungen  ihres  Schwagers  zu  schützen,  Letzteren  in  einen
Thurm  einsperrt.  Esmere  besiegt  im  Morgenlande  Garsir,  scldiesst
Frieden  und  kehrt  mit  ihm  nach  Rom  zurück.  Nun  wird  Miles  befreit,
der  Florence  verläumdet;  Agravain  vertheidigt  sie  aber  und  enthüllt
die  bösen  Thaten  Miles’.  Esmere  will  den  Verräther  tödten;  Garsir
und  die  Rarone  hindern  ihn  aber  daran.  Miles  eilt  nun  nach  Rom,
fordert  Florence  auf,  mit  ihm  Esmere  entgegenzugehen,  führt  sie
aber  in  den  Wald.  Er  schleppt  sie  den  ganzen  Tag  umher,  indem

1)  Ersteres  scheint  mir  wahrscheinlicher.  Wenn  das  Dit  einem  Roman  den  Vorwurf
macht,  die  Erzählung-  mit  unwahren  Zuthaten  verbrämt  zu  haben,  so  meint  es  wohl
die  Quelle  der  spanischen  und  englischen  Darstellungen.  Die  betreffenden  Verse
lauten  :
Doncc  gent,  es  croniques  de  Rome  sont  trouvecs
Les  paroles  qui  sont  ci  de  par  moi  contecs;
Mais  us  romans  eil  est  oü  en  a  ajoustees
Granz  bourdes  qui  n*  i  doiuent  pas  cstre  rccordees.
Hoffentlich  wird  es  nocli  gelingen,  diesen  Roman  de  Florence  zu  finden.
            
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