Über eine ital. metr. Darstellung der Crescentiasage.
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religiösen und didaktischen Inhaltes beliebt war. Ob sie vom grösseren
Gedichte abhängig oder mit ihm parallel aus gemeinschaftlicher
Quelle geflossen zei, scheint mir mit Sicherheit nicht bestimmt werden
zu können <).
Otes, Kaiser von Rom, bat eine Tochter, Namens Florence,
durch Schönheit und Tugend gleich ausgezeichnet. Der alte Garsir,
Kaiser von Constantinopel, wirbt um ihre Hand. Abgewiesen, belagert
er Rom. Auf Seite Otes’ stehen Miles und Esmere, zwei Söhne des
verstorbenen Königs von Ungarn. Otes verspricht die Hand seiner
Tochter dem Tapfreren; Florence aber fühlt Neigung zu Esmere.
In einem Treffen wird Otes getödtet, Esmere' gefangen. Florence
steht nun verlassen da; von den Ihrigen gedrängt, willigt sie ein,
Miles zu heiraten. Indessen schenkt Garsir dem Esmere die Freiheit
wieder; dieser kehrt nach Rom zurück und erhält die Hand Florence's.
Die Feindseligkeiten beginnen wieder, Garsir wird in die Flucht
geschlagen und schifft sich ein; Esmere ihm nach. Nun beredet Miles
mehre Ritter, ihn als ihren Herrn anzuerkennen. Samson undAgravain
widersetzen sich; Miles aber tödtet den ersten und lässt dessen
Leiche nach Rom führen, indem er vorgibt, es sei die von Esmere.
Agravain zeigt die Tliat dem Papste an, welcher um Florence vor
den Nachstellungen ihres Schwagers zu schützen, Letzteren in einen
Thurm einsperrt. Esmere besiegt im Morgenlande Garsir, scldiesst
Frieden und kehrt mit ihm nach Rom zurück. Nun wird Miles befreit,
der Florence verläumdet; Agravain vertheidigt sie aber und enthüllt
die bösen Thaten Miles’. Esmere will den Verräther tödten; Garsir
und die Rarone hindern ihn aber daran. Miles eilt nun nach Rom,
fordert Florence auf, mit ihm Esmere entgegenzugehen, führt sie
aber in den Wald. Er schleppt sie den ganzen Tag umher, indem
1) Ersteres scheint mir wahrscheinlicher. Wenn das Dit einem Roman den Vorwurf
macht, die Erzählung- mit unwahren Zuthaten verbrämt zu haben, so meint es wohl
die Quelle der spanischen und englischen Darstellungen. Die betreffenden Verse
lauten :
Doncc gent, es croniques de Rome sont trouvecs
Les paroles qui sont ci de par moi contecs;
Mais us romans eil est oü en a ajoustees
Granz bourdes qui n* i doiuent pas cstre rccordees.
Hoffentlich wird es nocli gelingen, diesen Roman de Florence zu finden.