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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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M  u  s  s  a  f  i  a

sie  sich  aufhält,  wodurch  der  Eindruck  der  Enthüllungen  viel  wirksamer ­
  wird.

V.  Fast  alle  Züge  von  IV,  aber  in  noch  ausführlicher  Gestalt,
begegnen  uns  in  einer  Darstellung,  welche  durch  ihre  epische  Breite
und  die  häufigen  Schilderungen  von  ritterlichen  Kämpfen  und
Schlachten  als  eine  wahre  Chanson  de  geste  bezeichnet  werden
kann.  Sie  muss  zuerst  in  französischer  Sprache  und  zwar  im  epischen
Versmaasse  abgefasst  gewesen  sein,  ist  aber,  so  viel  ich  weiss,
bisher  nirgends  nachgewiesen  worden.  Sie  ist  uns  aber  in  zweifacher ­
  Nachbildung  bewahrt:  in  einer  Auflösung  in  spanischer
Prosa,  von  Amador  de  los  Rios  neulich  herausgegeben  —  V a  —  i),
und  in  einem  englischen  metrical  romance  bei  Ritson  —  V b  — 3 ).
Diese  zwei  Versionen  stimmen  genau,  oft  selbst  im  Ausdrucke  mit
einander  überein;  nur  ist  die  englische,  wie  bei  allen  aus  französischen
Gedichten  geflossenen  Romances,  etwas  knapper  gehalten 3 ).  Überdies ­
  findet  sich  eine  dritte  Darstellung  der  nämlichen  Version  in
dem  von  Jubinal  edirten  Dit  de  la  belle  Flourence  —  V c  —  4 ),  in
quatrains  monorimes,  jener  Form  nämlich,  welche  für  Gedichte

*)  Historia  crltica  de  la  literatura  espanola.  Tomo  V.  Madrid  1864,  S.  391—468.  Die
Handschrift  gehört  nach  der  Angabe  des  Herausgebers  dem  Ende  des  14.  oder
Anfänge  des  15.  Jahrh.  an.  Die  Überschrift  lautet:  „Agui  comienga  el  cuento  muy
fermoso  del  enperador  Ottas  de  Roma  et  de  la  infante  Florcngia  su  fija  et  dcl  buen
cavallero  Esmere“.  In  derselben  Handschrift  findet  sich  noch  eine  andere  Version
unserer  Sage  mit  dem  Titel:  „Fermoso  cuento  de  una  sancta  emperatriz  que  ovo  en
Roma“.  De  los  Rios  begnügt  sich  damit  zu  sagen,  dieses  Cuento  sei  „no  tan  rico
de  episodios,  muy  semejante  en  la  terminacion  y  de  de  no  menor  interes“.  Wahrscheinlich ­
  stimmt  es  zu  Vincentius.
Ancient  Englcish  metrical  romancees  selected  and  publish'd  by  Joseph  Ritson.  London ­
  1802,  III,  1  —  92.
s )  Sieh  am  Schlüsse  den  Excurs  Nr.  I.
4 )  Nouveau  recueil  de  contes,  dits,  fabliaux  etc.  Paris  1839,  8°.  I,  88—117.  Die  von
Michel  zum  Roman  de  la  Violette  S.  43  angeführte  Handschrift  ist  die  nämliche,
welche  JubinaI  benützte;  wenn  Michel  von  Strophen  zu  acht  Versen  a  rimes
croisees  spricht,  so  ist  das  nur  eine  nicht  ganz  richtige  Auffassung  des  Verhältnisses; ­
  w'enn  er  aber  jedem  der  kleinen  Verse  (d.  h.  jedem  Hemistiche)  fünf
statt  sechs  Sylben  zuweist,  so  ist  dies  einer  jener  lapsus  calami,  die  dem
sonst  so  hochverdienten  Manne  nur  zu  oft  entschlüpfen.
            
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