Über eine ital. metr. Darstellung- der Crescentiasage. 673
und in den englischen <). Aus letzteren floss das Gedicht Occleve’s
(XY. Jahrh.) *).
Octavianus, Kaiser von Rom (= Otes in V? Vgl. U c und III 0 )
— in den englischen Gesta Menelaus, hei Occleve Gerelaus — zieht
zum heiligen Lande. Der eingesperrte Bruder bittet befreit zu werden
(III g ). Die Kaiserin willigt ein und nun reiten sie dem heimkehrenden
Kaiser entgegen. Im Walde versucht er einen neuen vergeblichen
Angriff, dann bindet er die Frau an einen Baum und zieht fort. Ein
vorbeireitender Herzog befreit sie, und behält sie als Pflegerin seiner
Tochter (III fe , V). Ein Ritter (II, V) tödtet das Mädchen. Die vom
Hofe verbannte Kaiserin befreit vom Galgen einen Dieb; dieser verrätli
sie an einen Schiffer, der sie wie eine gekaufte Sclavin seinen
Gelüsten bereit wissen will. Es erhebt sich ein Sturm, das Schiff
zerschellt, die Kaiserin rettet sich auf einem Brette in eine Abtei.
Durch emsiges Studieren lernt sie die Arzneikunst. Ihr Schwager
und der Ritter, der Dieb und der Schiffer kommen in das Kloster,
um Heilung zu suchen; die zwei ersteren in Begleitung des Kaisers
und des Herzogs. Gleichzeitige Erkennung.
I11 dieser Version ist bemerkenswert!), dass der Verräther selbst
die Möglichkeit eines Zusammentreffens des Kaisers mit seiner Frau
zu hindern weiss; er benützt die wiedererlangte Freiheit um seinen
früheren Plan zu verfolgen und nach dem Besitze der Frau zu
trachten. Er vertritt hier gleichsam die Stelle der lüsternen Knechte.
Ebenso erscheint hier die Episode der Schififsleute dadurch ausführlich,
dass der Verrath des undankbaren Diebes hinzukommt. Auch
hier kommen vier Kranke vor, aber es sind nicht die nämlichen
wie in II, sondern diese Zahl wird dadurch erhalten, dass auch
zwei Bösewichte minorum gentium die Unbilden, die sie der
tugendhaften Frau zufügten, mit dem Verluste ihrer Gesundheit
büssen müssen. Die Kaiserin reist nicht selbst dorthin, wo ihre Bedränger
krank liegen; sie entlarvt und heilt sie nicht einen nach dem
anderen, sondern alle Betheiligten kommen gleichzeitig dorthin, wo
Ich benützte den Auszug bei Douce, lllustrations of Shakespeare, 1807, II, 416.
2 ) Noch ungedruckt. Ygl. Warton, History of English poetry, London 1840.1,
CXCVII—VIII. Der Kaiser hatte geheiratet
The douztir of the kyng of Ungrye.
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