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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

Über  eine  ital.  metr.  Darstellung  der  Crescentiasage.

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Leichtgläubigkeit.  Die  Kaiserinn  gibt  sich  zu  erkennen  und  zieht  sich
dann  in  ein  Kloster  zurück  (III 4 :  In  pace  visse  il  resto  di  sna
vita  Insieme  con  il  saggio  imperatore).  Wenig  verschieden  ist  die
Darstellung  bei  Hans  Rosenblut  (XV.  Jahrh.)  —  IIP  -—i).  Der
Kaiser  heisst  Octavianus.  Von  den  Schergen  wird  nicht  gesagt,  dass
sie  die  Kaiserinn  nothzwingen  wollten.  Als  sie  auf  der  wilden  Insel
schlief,  Do  kam  ir  für  Gott  wolt  ihr  gewern  Und  wolt  ir  sollicli
gnad  offenbern.  Sie  grabt  eine  Wurzel  aus  einem  Graben  unter
ihrem  Haupte.
Ilieher  gehört  noch,  wenn  auch  mit  einigen  nicht  unwesentlichen
Abweichungen,  die  dramatische  Bearbeitung  des  Hans  Sachs
(XVI.  Jahrh.).  —  IIP  —  Der  Bruder  des  Kaisers  heisst  Alphons.
Der  Henker  führt  die  Kaiserinn  in  den  Wald  und  will  sie  enthaupten,
als  der  Markgraf  von  Salerno  und  sein  Bruder  Hato  sie  befreien.
Nach  dem  Morde  des  Mädchens  befiehlt  der  Markgraf  einem
Schiffsmanne,  die  Kaiserin  zu  ertränken;  dieser  lässt  sich  aber  von
ihren  Bitten  erweichen  und  begnügt  sich,  sie  auf  einem  öden  Eilande
zu  verlassen.  Ein  Engel  erscheint  ihr  und  weist  ihr  die  „Creutzwurtz“.
  In  Gestalt  eines  Arztes  geht  sie  nach  Rom  und  der  Ruf  ihrer
Geschicklichkeit  wird  weit  verbreitet.  Der  Markgraf  führt  dorthin
seinen  kranken  Bruder,  der  seine  Sünde  bekennt  und  genest.  Dann
findet  dasselbe  mit  Alphons  statt.
Auch  die  XXI.  Patraha  des  T  i  m  o  n  e  d  a  (XVI.  Jahrh.) a )  schliesst
sich  zunächst  an  die  Erzählung  des  Vincentius  an,  weist  aber  ebenfalls ­
  einige  Abweichungen  auf  —  IIP  —.  Timoneda  belegt  alle  Personen ­
  mit  Namen,  die  wol  seiner  Erfindung  angehören.  Marcelo,
König  von  England,  hatte  während  einer  Krankheit  geloht  (vgl.  I),
nach  Jerusalem  zu  pilgern.  Er  empfiehlt  Geronia  seinem  Bruder
Pompeo.  Die  Befreiung  aus  dem  Thurme  geschieht  auf  dringende
Bitte  Pompeo's  seihst.  Von  den  zwei  Knechten,  welche  das  Todesurtheil
  vollziehen  sollen,  will  sie  einer  entehren  und  tödtet  den
anderen,  welcher  sich  dem  widersetzt.  Als  er  dann  im  Begriffe  steht,

*)  Fastnachtsspiele  ed.  Keller  S.  1139.  Vgl.  über  die  Handschrift  SS.  1328,  1431,
1433.
2 )  Das  Patranuelo  ist  zuletzt  im  III.  Bande  der  Biblioteca  de  autorcs  cspanoles,  Madrid
1846,  gedruckt  worden.
Sitzb.  d.  phil.-hist.  CI.  LI.  Bd.  III.  Hft,

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