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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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M  u  s  s  a  f  i  a

Liebesanträge  des  letzteren;  er  wird  durch  fünf  Jahre  im  Thurme
gefangen  gehalten.  Am  Tage  der  Rückkehr  des  Kaisers  befreit,
reitet  er  dem  Bruder  entgegen  und  erzählt  ihm,  die  Kaiserin  habe
ihn  so  schmählich  behandelt,  weil  er  sich  nicht  von  ihr  habe  verführen ­
  lassen.  Der  Kaiser  befiehlt  zwei  Knechten,  die  Treulose  in
den  Wald  zu  führen  und  zu  tödten.  Im  Walde  will  ihr  jeder  der
Knechte  Gewalt  antliun;  auf  ihr  Schreien  eilt  ihr  zur  Hilfe  ein  Edelmann ­
  herbei  und  nimmt  sie  in  sein  Haus  mit.  Dort  verfolgt  sie  der
Bruder  ihres  Herrn  mit  Liebesanträgen,  die  sie  abweist.  Da  ermordet
er  das  Söhnlein  seines  Bruders,  mit  dem  sie  zusammen  schläft  und
legt  das  blutige  Messer  in  ihre  Hand.  Der  Herr  befiehlt  einigen
Schiffern,  die  Kaiserin  auf  einer  unbewohnten  Insel  in  der  Mitte  des
Meeres  auszusetzen.  Diese  versuchen  ebenfalls  einen  Angriff  auf  ihre
Tugend;  als  sie  aber  Widerstand  leistet,  besinnen  sie  sich  eines
Besseren  und  schiffen  sie  auf  dem  nackten  Felsen  aus.  Während  des
Schlafes  erscheint  ihr  die  Jungfrau  und  heisst  sie  unter  ihrem  Haupte
ein  den  Aussatz  heilendes  Kraut  ausgraben.  Ein  Schilf  fährt  vorbei ­
  und  nimmt  sie  mit.  Angelandet  (III a  schon  auf  dem  Schiffe;  vgl.
I c )  macht  sie  eine  glückliche  Probe  mit  dem  Kraute,  der  viele  andere
folgen,  so  dass  ihr  Ruhm  weit  und  breit  verkündet  wird.  Sie  kommt
in  die  Stadt,  wo  der  Bruder  ihres  Herrn  am  Aussatze  krank  liegt.
Niemand  erkennt  sie  <).  Sie  fordert  Geständniss  aller  Sünden  des
Kranken,  der  endlich  auch  Alles  bekennt,  nachdem  ihm  sein  Bruder
im  voraus  Verzeihung  versprochen.  Die  Kaiserin  gibt  sich  zu  erkennen
und  heilt  ihn.  Sie  pilgert  nun  nach  Rom,  wo  sie  der  Kaiser  bittet,
seinen  Bruder,  der  ebenfalls  aussätzig  ist,  zu  heilen.  Geständniss
und  Heilung  des  Letzteren.  Verzweiflung  des  Kaisers  über  seine

l)  Vincentius  begnügt  sich  die  Thatsache  anzugeben;  Gautier  meint,  Kummer  und
Leiden  hätten  sie  unkenntlich  gemacht.
De  legier  d’els  s’est  estrangie;
Ses  pales  vis,  sa  pale  face
Legierement  son  nom  efface.
Briccio  nimmt  ein  neues  Wunder  an:
La  Regina  del  Ciel  Madre  Maria,
Che  i  suoi  divoti  mai  non  abbandona,
Avea  di  Flavia  la  fisonomia
Velata  in  modo  che  alcuna  persona.  .  .
Avrebbe  conosciuta  tal  matrona.
            
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