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M u s s a f i a
Der Kranken sind nur drei:
Da was snndersieeh ir man
Und sein prneder der vertan,
Der sei von erst het verlogen,
Und der chneclit des Herzogen,
Der sie auch zu tödten maint
Mit der sundersiechen pein ] ).
Der Herzog also, welcher, weit entfernt, der Kaiserin irgend ein
Unrecht zuzufügen, vielmehr die vermeintliche Mörderin seines Kindes
mild behandelte, bleibt von der Krankheit verschont.
Eine Erzählung, in der die Mutter Gottes vorzüglich als Retterin
erscheint, musste leicht Eingang finden in jene zahlreichen
Sammlungen von Marienlegenden, welche das Mittelalter veranstaltete.
So finden wir sie — III“ — im Speculum historiale des Vincentius
Bell ova censis VII, 90—92 ä ). Damit stimmen überein das
französische Gedicht des Gautier de Coinsy (XIII. Jahrh.) —
Up — s), die gallicische Cäntiga Alfonso's X. von Spanien
(XIII. Jahrhundert) — 111° — 4 ) und das italienische Gedicht des
*) Cod. 2848 der Wiener Hofbibliothek, fol. 43 1 ’—49\
2 ) Aus ihm erklärt geschöpft zu haben Johannes H e ro 11 (XV. Jahrh.) , welcher in
seiner Sammlung von Marienlegenden der hier besprochenen die erste Stelle einräumt.
Aus Vincentius, Herolt und Anderen schöpfte, seiner Aussage nach,
Razzi, Miracoli di N. D. Firenze 1376. Huch II, Cap. 1. Eben so folgt Maerlant
im Spiegel historial, I. Theil, VII. Buch, Absch. LXV, seinem lateinischen Originale;
sieh die Ausgabe von d e Vries und Verwis, Leiden 18631,340—343. Quadrio,
welcher in seiner Storia ecc. IV, 384 eine ausführliche Analyse aus Vincentius mittheilt,
führt eine spätere italienische Bearbeitung an: L'Urania ovvero la Constante
donna del M. R. P. Don Felice Passero Abate della Congvegazionc Cassinense. In
Napoli appresso Gio: Domenico Roncagliolo 1616. 8°. Fünfzehn Gesänge in ottava
rima.
3 ) Gedruckt bei Meon, Nouv. rec. II, 1—128. Es bildet das erste Wunder des
II. Theiles der Sammlung Gautiers; kommt aber auch einzeln in Handschriften
vor; vgl. z. B. Sinn er, Catalogus codd. mss. bibl. Bern. III, 389—90.
Sie ist noch unediert; eine ausführliche Analyse davon gibt aber D. Miguel
Morayta del Sag rar io in seinem hübschen Aufsatze über die Csmtigas,
welcher zuerst in der Razon, Reuista politica, (ilosufica y liieraria, Jahrg. 1836,