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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

Über  eine  ital.  metr.  Darstellung-  der  Creseentiasag’e.  f)f)T
dürfen  und  so  erblickt  er  ein  Kreuzlein  auf  ihren  Schultern  und  erkennt ­
  seine  Gemalin.  Letzterer  Zug  fehlt  in  bj.  Hier  gibt  sich  nämlich ­
  Crescentia  gleich  seihst  zu  erkennen.  —  Dietrich  und  Crescentia
trennen  sich  bald  und  beschliessen  ihr  Leben  in  klösterlicher  Einsamkeit. ­

Der  Parallelismus  in  den  zwei  Prüfungen,  welche  die  tugendhafte ­
  Frau  zu  bestehen  hat,  gibt  sich  in  dieser  Version  dadurch  noch
deutlicher  kund,  dass  sie  beideMale  in’s  Wasser  gestürzt  wird.  Demselben ­
  Bestreben  nach  Gleichartigkeit  ist  die  blos  in  dieser  Version
vorkommende,  keineswegs  glückliche  Annahme  zuzuschreiben,  dass
sowol  der  Kaiser  als  der  Herzog,  die  man  doch  eher  Opfer  als
Schuldtragende  nennen  darf,  ebenfalls  erkranken.  Allerdings  erkrankt
auch  in  V  der  Gemahl  der  unschuldigen  Frau;  das  Verhältniss  ist
aber  dort,  wie  wir  sehen  werden,  ein  verschiedenes.
Zu  dieser  Version  gehört  endlich  noch  die  stark  .abgekürzte
Darstellung  vom  Teichner  (XIV.  Jahrh.),  welche  noch  nicht  gedruckt
worden  ist  —  II' 1  —.  Der  treulose  Schwager
.  .  .  verlog  die  frawn  so  scharf
Das  mans  in  die  Tiber  warf.
Do  kam  si  in  ein  reisehen  zehant.
Das  sei  ein  vischer  zeucht  zelant
Darnach  kam  die  fraw  gut
Noch  in  grossere  armuet,
Das  ein  herzog  nach  ir  sant
Und  der  frawn  sich  underwant
Mit  trewn  und  mit  rechten  gueten
Das  sie  im  solt  eines  chindes  hueten  *).
Es  verliebt  sich  in  die  Frau  (deren  Name  übrigens  nicht  genannt ­
  wird)  ein  ivcilich,  der  des  her  zogen  diener  was.  S.  Petrus
erscheint  ihr  und  sagt;
Nun  gee  und  niem  dich  erznei  an.

*)  Sie  heiratet  also  nicht  den  Herzog-,  wie  Jacobs,  Beiträge  zur  alt.  Litt.  II,  316  —317
meint  und  Massmann  ihm  nachspricht.  Goedeck§  hatte  schon  Jacobs’  Angaben ­
  als  ungenau  bezeichnet.
            
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