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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

Die  Erklärung  einer  alten  chinesischen  Semiotik.

SB
Wenn  der  Magen  heiss,  ist  um  den  Mund  Grütze.  Wird  bei
schwebendem  Herzen  gut  der  Hunger  ertragen,  so  sind  die  Gedärme
heiss,  der  Durchfall  ist  heiss.  Was  abgeht,  ist  gelb  wie  Grütze.  Ist
der  Magen  kalt,  ist  Frische  und  Hohlheit,  so  ist  der  Bauch  angeschwollen ­
  und  schmerzhaft.  Sind  die  Gedärme  kalt,  so  ist  der  Harn
weiss,  es  besteht  Speiseruhr  und  die  Gedärme  knarren.
(Erklärung.)  Dies  erläutert  die  Weise  der  Beobachtung,  wenn
Kälte  oder  Hitze  des  Magens  und  der  Gedärme  die  Krankheit  sind.
Ist  in  dem  Magen  Hitze  vorhanden,  so  bringt  sie  nach  oben
Grütze  des  Mundes  hervor.  Ist  das  Herz  leer,  an  den  Hunger  gewöhnt
und  ist  in  den  Gedärmen  Hitze,  so  sind  die  Gegenstände,  die  durch
den  Durchfall  ausgeschieden  werden,  ebenfalls  heiss  und  von  Farbe
gelb  wie  Grütze.
Ist  in  dem  Magen  Kälte,  ist  das  Angesicht  kühl  und  hohl,  so
schwillt  der  Bauch  und  ist  schmerzhaft.  Ist  in  den  Gedärmen  Kälte,
so  ist  der  Harn  weiss,  es  besteht  Speiseruhr  und  die  Gedärme
knarren.

Der  Mensch  der  Holzgestalt  ist  von  Farbe  gewiss  grasgrün.
Sein  Leib  ist  gerade,  fünf  Dinge  sind  klein.  Fünf  Dinge  sind  mager,
fünf  Dinge  sind  lang.  Er  besitzt  viele  Gaben  und  ist  thätig  mit  dem
Herzen.  Er  hat  vielen  Kummer  und  lässt  sich  die  Dinge  angelegen
sein.  Gebrechlich,  schwach,  krumm,  kurz,  wenn  dies  einmal  vorkommt, ­
  ist  es  nicht  gut.
(Erklärung.)  Die  hier  unten  stehenden  fünf  Abschnitte  enthalten
die  Weise  der  Beobachtung  in  Bezug  auf  die  Übereinstimmung  der
Farbe  mit  der  Gestalt.
Bei  dem  Menschen  der  Holzgestalt  stimmt  die  Farbe  mit  dem
Grün  überein  und  liebt  es,  feucht  wie  das  Azur  und  das  Grasgrün  zu
sein.  Indem  der  Leib  gerade  ist,  stellt  er  die  Geradheit  des  Stammes
des  Baumes  vor.  „Fünf  Dinge  sind  klein“  bedeutet:  das  Haupt  ist
klein,  Hände  und  Füsse  sind  klein  und  stellen  die  Krone  und  die  Äste
des  Baumes  vor.  „Fünf  Dinge  sind  mager,  fünf  Dinge  sind  lang“
bedeutet:  der  Leib  und  die  Gliedmassen  stellen  die  dünnen  und
langen  Zweige  des  Baumes  vor.
„Viele  Gaben“  stellt  vor,  dass  der  Baum  brauchbar  ist  und  dass
aus  ihm,  je  nachdem  er  behauen  wird,  Werthgegenstände  verfertigt
            
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