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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 51. Band, (Jahrgang 1865)

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Dr.  P  f‘  i  z  in  a  i  er

(Erklärung.)  Dies  erläutert  die  Weise,  die  Krankheiten  nach
der  stammhaltenden  Luit  zu  beobachten.
Die  grosse  Ader  des  Magens  heisst  mit  Namen:  die  leere  Weglänge. ­
  Sie  durchdringt  das  Zwerchfell  und  bindet  die  Lungen.  Wenn
sie  unter  der  linken  Brust  hervorkommt  und  ihre  Bewegung  nicht  dem
Herzbeutel  entspricht,  so  erspäht  man  dadurch  die  stammhaltende
Luft.  Ist  ihre  Bewegung  gering  und  sieht  man  sie  nicht,  so  reicht  sie
nicht  so  weit,  und  dies  ist  dem  vorgesetzt,  dass  die  stammhaltende
Luft  im  Inneren  leer  ist.
Entspricht  ihre  Bewegung  dem  Herzbeutel  und  ist  sie  stark,
so  schreitet  sie  zu  weit  hinüber,  und  dies  ist  dem  vorgesetzt,  dass  die
stammhaltende  Luft  nach  aussen  entweicht.
Kommt  sie  drei-  oder  viermal  und  hält  dann  inne,  oder  fünfoder
  sechsmal  und  hält  dann  inne,  so  ist  dies  dem  vorgesetzt,  dass
Anhäufungen  und  Ansammlungen  vorhanden  sind.  Wenn  sie  gar  nicht
kommt,  so  ist  dies  dem  Tode  vorgesetzt.

Der  Puls  und  der  „Schuh“  entsprechen  einander.  Ist  der  „Schuh“
kalt,  so  ist  leerer  Durchfall.  Ist  der  „Schuh“  heiss,  so  ist  bei  der
Krankheit  Wärme,  Leere  des  Urstolfes  der  Finsterniss,  Kälte,  Hitze.
Bei  der  Krankheit  des  Windes  (dem  Schlagfluss)  ist  der  „Schuh“
glatt.  Bei  der  Krankheit  der  Lähmung  ist  der  „Schuh“  rauh.  Der
„Schuh“  ist  bei  dem  Grossen  ausgiebig  und  vollkommen.  Der  „Schuh“
ist  hei  den  Kleinen  mangelhaft  und  geschwunden.
(Erklärung.)  Dies  erläutert  die  Weise,  den  „Schuh“  zu  beobachten. ­
  Der  „Schuh“  (das  Mass  von  zehn  Zoll)  heisst  die  Haut  und
das  Fleisch  von  dem  Engpass  bis  zu  dem  „Sumpfe  des  Schuhes“  <).
Das  Buch  sagt:  Ist  der  Puls  hastig,  so  sind  die  Haut  und  das
Fleisch  des  „Schuhes“  ebenfalls  hastig.  Ist  der  Puls  langsam,  so  sind
die  Haut  und  das  Fleisch  des  „Schuhes“  ebenfalls  langsam.  Ist  der  Puls

!)  Die  innere  Seite  des  Vorderarmes  unter  den  Handwurzeln  wird  in  fünf  Tlieile  getheilt,
  welche  sich  in  der  Richtung  der  fünf  Finger  hinziehen  und  ihrerseits  wieder ­
  in  drei  Reihen  getheilt  sind.  Das  zweite  Feld  der  in  der  Richtung  des  Ringfingers ­
  befindlichen  Linie  heisst  „der  Engpass“  (feuati),  das  dritte  Feld  heisst  „der
Schuh“  (tsch’hi).  Über  das,  was  hier  „der  Sumpf  des  Schuhes“  genannt  wird,
wurde  zwar  keine  Angabe  gefunden,  es  kann  jedoch  nur  der  Theil  sein,  der  in
der  Linie  unmittelbar  auf  den  „Schuh“  folgt.
            
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