Die Erklärung einer alten chinesischen Semiotik.
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gen folgt der Geist in der Richtung der Luft, welche sich verliert,
deswegen ist der Puls gleich verwirrten Fäden.
Bald weiss bald rotli ist die Farbe, wenn Luft und Blut sich
nicht festgesetzt haben. Der Puls schwimmend, die Luft muthlos ist
das Bild, wenn Geist und Luft nicht beruhigt sind. Wenn man fragt,
so erfährt man, dass im innersten Herzen Scham und Beschämung
und dabei diese Luft und diese Farbe vorhanden sind. Bei Scham
rafft sich die Luft zusammen, deswegen ist die Luft muthlos.
Bei Beschämung ist der Geist aufgeregt, desswegen ist der Puls
schwimmend.
Wenn man die beiden Enden dieser Gemüthsstimmungen und
Farben hervorhebt, so beobachtet man durch das eine die Krankheit,
durch das andere die Gemüthstimmung. Das Übrige lässt sich auf
ähnliche Weise erörtern. Im Allgemeinen handelt es sich darum,
den Geist des Kranken zu überblicken und mit ihm ins Reine zu
kommen.
Wenn die Augenbrauen fünf Farben zum Vorschein kommen
lassen, ist der Sitz der Krankheit die Haut. Verändert es sich im
Kreisläufe und bewegt sich wurmartig, so kann man wissen, dass es
das Blut und die Pulse sind. Bei den Augenwinkeln ist es eine
Krankheit der Sehnen. Lippen und Mund sind den Weichtheilen
vorgesetzt. Die Ohren sind den Krankheiten der Knochen vorgesetzt.
Es ist Versengung, Trockenheit, Schmutz, Schlamm.
(Erklärung.) Dies ist die Weise, nach den Farben in Verbindung
mit der Haut, den Adern, dem Fleisch, den Sehnen und den Knochen
die Krankheiten zu beobachten.
Wenn der Raum zwischen den Augenbrauen fünf Farben zeigt,
so ist dies dem vorgesetzt, dass der Sitz der Krankheit die Haut. Es
ist, weil die Lungen der Haut und den Haaren vorgesetzt sind.
Wenn der Kreislauf die fünf Farben verändert, so dass sie sich
wurmartig bewegen, so ist dies dem vorgesetzt, dass der Sitz der
Krankheit die Adern. Es ist, weil in Folge des Kreislaufes das Blut
und die Pulse in Gang gebracht werden.
Wenn die inneren Augenwinkel fünf Farben zeigen, so ist dies
dem vorgesetzt, dass der Sitz der Krankheit die Sehnen. Es ist, weil
die Leber den Sehnen vorgesetzt ist.
Sitzb. der pliil.-hist. CI. LI. Bd. I. Ilft. 4